Buchtipp der Woche

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Astrid Lindgren: Pippi Langstrumpf. Alle Bände im Spielekoffer. Sonderausgabe zum 60. Geburtstag der Pippi-Bücher in Deutschland. Friedrich Oetinger Verlag; 26,95 Euro.

in der Hoffnung, dass Sie nicht das Jugendamtalarmieren!

Mit solchen Worten können Weltkarrieren beginnen. Zumindest, wenn die Verfasserin Astrid Lindgren heißt und genau damit den Begleitbrief zu einem Manuskript beendet, das sie verschiedenen Verlagen anbietet. Nein, Pippi Langstrumpf hat keine Jugendämter auf den Plan gerufen. Allerdings erhoben seinerzeit durchaus besorgte Pädagoginnen und Pädagogen ihre Stimme. Ein Mädchen, das die Erwachsenen so respektlos vorführt, den Anführer einer Jugendbande, die einen Schwächeren drangsaliert, mal eben über den Ast eines Baumes wirft, bei Kaffekränzchen eine ganze Sahnetorte verputzt. Wohin sollte das führen? Wohin es geführt hat, ist bekannt: Zur Weltkarriere der Astrid Lindgren als Schriftstellerin. Zum Glück.

In Deutschland hatten Friedrich Oetinger und seine spätere Frau Heidi den Mut, die Abenteuer des stärksten Mädchens der Welt zu veröffentlichen. Das ist genau 60 Jahre her. Zum runden Geburtstag gibt es die kunterbunten Erlebnisse rund um die Villa Kunterbunt zusammen im Spielekoffer für 26,95 Euro. Da bekommt man sehr viel Wert für sehr wenig Geld.

Heidi Oetinger, die am Erfolg von Pippi Langstrumpf in Deutschland maßgeblichen Anteil hatte, ist am 5. Oktober 2009 mit 100 Jahren gestorben. Die Aktivitäten des Verlags verfolgte sie noch mit Interesse, nachdem sie sich Mitte der achtziger Jahre aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen hatte. Den Friedrich Oetinger Verlag, in dem unter anderem die Sams-Bände von Paul Maar sowie Pettersson und Findus von Sven Nordkvist in deutscher Sprache erscheinen, führen heute ihre Tochter und zwei Enkel ganz in ihrem Sinne weiter.

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