Buchtipp der Woche (2)

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Oliver Kuhn/Michaela Moses: Deutschland Deppenland. Wie doof die Deutschen wirklich sind. mvg Verlag; 16,90 Euro.

Mallorca heißt künftig Mallorka. Auf den Ortsschildern der Hauptstadt steht Palmenhausen, denn das spanische Ferienparadies wird ein deutsches Bundesland. Kosten soll der Spaß schlappe 50 Milliarden Euro.

So las man im Sommer 1993, denn in der heißen Jahreszeit, in der Sensationen immer Mangelware sind, zeigen sich Journalisten – vermeintlich – dankbar für jede Schlagzeile. Ausgedacht hatte sich das Ganze der Politiker Dionys Jobst, und der versicherte, es sei ein reiner Sommer-Spaß gewesen, nichts weiter. Es kam bloß längst nicht überall wie ein Spaß an.

Man kann nicht vorsichtig genug sein mit dem, was man in der Öffentlichkeit verbreitet. Oliver Kuhn und Michaela Moses belegen es mit ihrer Skurrilitäten-Sammlung Deutschland Deppenland.

Noch nicht einmal den Lehrmaterialien, die man braucht, kann man in jedem Fall vertrauen. So springt einem aus den Unterrichtsblättern für die Bundeswehrverwaltung eine fundamentale Erkenntnis entgegen: Der Tod stellt aus versorgungsrechtlicher Sicht die stärkste Form der Dienstunfähigkeit dar.

Unfreiwillig erheiternd kann auch das Lesen einer Zeitschrift sein, wenn sie berichtet: Es starben 57 Bergarbeiter, sechs von ihnen konnten gerettet werden.

Was Oliver Kuhn und Michaela Moses da zusammen getragen haben – von Rechtschreibfehlern, brutal komischen Doppelnamen oder Ortsbezeichnungen mal ganz abgesehen – ist so lustig, dass man beim Lachen schon wieder erschrecken muss. Denn immerhin ist fast alles, was da geschrieben steht, eigentlich ernst gemeint gewesen. Vom Ruf eines Landes der Dichter und Denker ist das sehr weit entfernt. Allenfalls fragt man sich, ob die Urheber der Stilblüten noch ganz dicht waren und was sie sich dabei dachten.

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