Michael Schumacher: Doch kein Formel-1-Comeback

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Nach dem Sensations-Comeback des Jahres nun die Sensations-Comeback-Absage des Jahres: Nichts wird es mit dem Duell der jungen Wilden wie Vettel, Rosberg oder Sutil gegen die Lebende Legende Michael Schumacher. Nichts mit dem Adrenalin-Schub für alle Motorsportfreunde beim Großen Preis von Europa in Valencia und im restlichen Saisonverlauf und auch nichts mit dem erhofften PR- und Geldsegen für die von vielen Schreckensmeldungen geplagte Formel 1. Die Nackenschmerzen waren einfach zu stark und meine Gesundheit hat absolute Priorität lautete die Begründung für Michael Schumachers Rückzug vom scheinbar schon besiegelten Teilzeit-Job anstelle des verletzten Felipe Massa für den Rest der Saison. Das Springende Pferd von Maranello hat einen ziemlich lahmen Huf seit der Ankündigung des siebenfachen Weltmeisters vom Dienstag, nun doch auf den mit extremer Spannung erwarteten Freundschaftsdienst für die Scuderia Ferrari zu verzichten.

Ausschlag gebend für den Sieg der Vernunft (Manager Willi Weber) waren die immer noch anhaltenden Schmerzen in Schumachers Nacken, hervor gerufen durch einen schweren Motorrad-Unfall im Februar dieses Jahres in Spanien. Es war der schwerste Unfall in Michaels Motorsport-Karriere ließ sein Management am Dienstag verlauten. Es tut mir wahnsinnig leid für die Fans und das Team und alle, die sich darauf gefreut hatten. Aber die Schmerzen im Nacken, die nach dem privaten Formel-1-Tag in Mugello auftraten, haben wir leider nicht in den Griff bekommen – auch wenn wir alles versucht haben, was medizinisch und therapeutisch machbar ist, teilte der Ferrari-Berater auf seiner privaten Homepage mit.

Schumacher verriet am Dienstag erstmals genauere Details der Verletzungen, die offenbar viel schwerwiegender waren als bislang vermutet worden war. Er habe bei dem Unfall in Spanien Brüche im Kopf- und Halsbereich erlitten, sagte Schumacher: Daher kann mein Nacken den extremen Belastungen der Formel 1 nicht standhalten. Nach Schumachers Absage wird jetzt Ferrari-Testfahrer Luca Badoer den frei gewordenen Platz Massas bis zu dessen Rückkehr einnehmen.

Schumachers langjährige Pressesprecherin Sabine Kehm erläuterte in einem Interview mit einem Fernseh-Nachrichtensender, dass es dabei sogar Verletzungen an einer Arterie gegeben habe. Diese Verletzungen seien so schlimm, dass Michael die Extrembelastung, die die Formel 1 darstellt, einfach nicht kompensieren kann. Leiden wird unter der Schumi-Absage aber nicht nur der Große Preis von Europa, der am 23. August in Valencia gefahren werden sollte, sondern auch der danach anstehende Große Preis von Belgien in Schumachers Wohnzimmer Spa-Francorchamps. Dort begann 1991 die unvergleichliche Karriere des erfolgreichsten Formel-1-Fahrers aller Zeiten, dort feierte er ein Jahr später auch seinen ersten Sieg. Viele seiner deutschen Fans hatten bereits für das Rennen auf der Ardennen-Achterbahn gebucht. Dazu wird es jetzt nicht kommen.

Text: Jürgen C. Braun
Fotos: Bernhard Schoke

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