Ford Focus: Auf dem Weg zum teilautomatisierten Fahrzeug

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Wie wichtig, hilfreich und mitunter entscheidend gute Assistenten sein können, wird den Sportfreunden seit einigen Monaten in der Fußball-Bundesliga und derzeit aktuell bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland demonstriert. Gerade dort hat der VAR, der sogenannte „Video Assistent Referee“ in den vergangenen Tagen Entscheidungen getroffen, die der Feld-Schiedsrichter aus seiner Sicht nicht hatte treffen können.

Ähnlich wie beim Kicken auf der Wiese ist es auch mittlerweile beim Autofahren. Der oder die Assistenten werden immer wichtiger, immer detaillierter, decken immer mehr Bereiche des täglichen mobilen Lebens mit dem Fahrzeug ab. Assistenten, oder besser gesagt Assistenz-Systeme, die vor Jahren noch in Fahrzeugen der Oberklasse sukzessive eingeführt worden waren, sind inzwischen auch in der sogenannten Kompaktwagen-Klasse, dem C-Segment, wie die Autoleute sagen, gang und gäbe.

Den berühmten „Vogel abgeschossen“ bei der Anzahl und den individuellen Fähigkeiten dieser kleinen elektronischen Helferlein hat jetzt der Automobil-Hersteller Ford bei der Präsentation der vierten Generation des Erfolgsmodells Focus. Der 1998 eingeführte Focus, der einen Anteil von etwa 25 bis 30 Prozent am gesamten Volumen dieser Baureihe bei dem Kölner Autobauer hat, wird im September dieses Jahr als Konkurrent von Volkswagen Golf und Opel Astra auf den Markt kommen.

Sage und schreibe 30 Assistenz-Systeme hat Ford dem neuen Focus mitgegeben, einige serienmäßig, andere optional. Auf jeden Fall sind es mehr als bei „jeder europäische Ford-Baureihe zuvor“, wie der Leiter Gesamtfahrzeug-Entwicklung Ford Focus, Alf Kaufmann, erklärte. Die sogenannten „Assis“ unterteilen sich in drei verschiedene Einsatzbereiche.Sie unterstützen zum einen den reinen Fahrbetrieb, erleichtern das Ein- und Ausparken unter engen Platzverhältnissen und gewähren den Insassen vor allem mehr Schutz in engen und kniffligen Situationen.

Als erstes Ford-Modell in Europa erhält der Focus auch ein Headup-Display sowie adaptive Scheinwerfer. Der Abstands-Tempomat wird mit einer Staufunktion ausgerüstet und leistet dem Fahrer Unterstützung bei der Spurhaltung. Der Notbrems-Assistent wurde so entwickelt, dass er auch beim Ausweichen Hilfe leistet. Große Teile dieser neuen Assistenz-Systeme sollen in Zukunft auch in Baureihen unterhalb des C-Segmentes, also beispielsweise im Ford Fiesta, angeboten werden.

Das Fahrzeug kommt auf einer völlig neuen Plattform in den Markt, weshalb im Werk im saarländischen Saarlouis, wo der Bestseller des Autobauers gebaut wird, GmbH „umfangreich investiert“ wurde. Das betont Hans-Jörg Klein, Verkaufsdirektor der Ford Werke

Neben einem neuen, dynamischeren Outfit, einem größeren Radstand, kommoderen Platzverhältnissen, einem aufgewerteten und von Knöpfen und Tastaturen weitgehend „entstaubten“ Innenraum kommt der neue Ford Focus auch mit neuen oder überarbeiteten Motoren, sowie einer Achtgang-Wandlerautomatik statt der bisherigen Doppelkupplung in den Markt.

Neben dem Fünftürer und dem Kombi, der bei Ford traditionell Turnier heißt, wird es den Focus in der vierten Generation auch als „Active“ mit einer um 30 Millimeter höheren Bodenfreiheit und Anklängen an die Optik eines SUV geben. Der Active wird wohl 2019 nachgeliefert Außerdem wird der Focus über Sprachsteuerung und eine induktive Ladeschale für das Smartphone verfügen, und wird auf Wunsch auch zum mobilen Hotspot aufgerüstet. Drei verschiedene Fahrmodi sollen für mehr Fahrspaß sorgen. Erstmals setzt Ford beim Fahrwerk auch eine elektronische Dämpferregelung ein.

Die Benziner kommen allesamt nur noch als Dreizylinder, die bei Teillast auch einen Zylinder abschalten. Das 1,0-Liter-Aggregat leistet 85, 100 oder 125 PS. Die Variante mit 1,5 Liter Hubraum kommt auf 150 oder 182 PS. Alternativen sind ein Vierzylinder-Diesel als 1,5 Liter mit 95 oder 120 PS sowie eine Zweiliter-Variante mit 150 PS.

Ford hat den Focus trotz des erweiterten Angebotes an Assistenz-System nach eigenen Angaben um 88 Kilogramm leichter gemacht, die Cw-Werte verbessert und verspricht durch diese Maßnahmen und den Einbau der neuen Motoren einen Verbrauchsvorteil von zehn Prozent gegenüber dem Vorgänger-Focus.

Die Preisliste für das Einstiegsmodell beginnt bei 18.700 Euro.

Fotos: Ford