Erste Erfahrungen: Renault Clio 2009

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Vor fast 20 Jahren fand beim französischen Hersteller Renault ein Generationswechsel statt. Der beliebte, aber betagte Renault 5, ging in den verdienten Ruhestand. Seine Nachfolge trat der Clio an. Schnell zeigte sich, dass auch er das Zeug zu einem Kassenschlager hatte. Er überzeugte die Kundschaft mit guter Raumökonomie zu erschwinglichen Preisen. In Punkto Qualität lernte Renault über die drei Modell-Generationen stetig dazu. Beim Thema Sicherheit schmückte man sich schon früh mit den Sternen des NCAP-Crashtests.

Seit 2005 ist die dritte Generation des Clio am Start. Üblicherweise kommen zur Mitte des Lebenszyklus Techniker und Designer zusammen, um ein Fahrzeug für seine zweite Halbzeit aufzuhübschen. So auch hier – schließlich ist die Konkurrenz so stark wie lange nicht mehr. Gerade frisch an den Start gegangen sind Ford Fiesta oder Hyundai i20, und der Platzhirsch aller Kleinwagen, der VW Polo, steht bereits in den Startlöchern und sorgt nun in der fünften Generation für Unruhe bei den anderen Herstellern.

Gutes Aussehen ist auch bei Autos wichtig. Doch anders als bei Verschönerungsmaßnahmen an Menschen dürfen beim Fahrzeug-Facelift ruhig ein paar Sicken und Kanten dazu kommen. So fährt der französische Frauenliebling nun mit einer markanteren Front vor, die sich am Design des größeren Bruders Mégane orientiert. Am Heck sind die Rückleuchten in Klarglasoptik gehalten. Das war's aber auch schon an neuen Äußerlichkeiten, der vertraute Anblick aufs Blech ist geblieben. Bei der Gestaltung des Interieurs wurde ebenfalls nicht viel verändert. Selbstverständlich gibt es neue Polster und Stofffarben und ein paar geänderte Dekorationsleisten am Armaturenbrett. Der Clio wirkt aufgeräumt. Allerdings erschließt sich nicht jede Anordnung der Schalter und Wipptasten durch logisches Denken. Das Lesen des Bedienhandbuches ist sicherlich hilfreich, um alle Funktionen korrekt anzusteuern. Dagegen ist das Platzangebot des 4,03 m langen Fahrzeugs gut. Selbst hinten geht es recht komfortabel zu. Das Gepäckteil der drei- oder fünftürigen Varianten fasst zwischen 288 und 1.038 Liter, der Kofferraum des Grandtour kann mit Werten von 403 bis zu 1.277 Litern sogar mit manch größeren Kombis mithalten.

Bei der Motorenauswahl hat sich nicht viel geändert. Über 50 Prozent Marktanteil erzielt das 1.2-Liter Basisaggregat mit 55 kW/75 PS (Spitze: 167 km/h, Verbrauch: 5.9 Liter, CO2-Ausstoß: 139 g/km). Die anderen Benziner, darunter ein Turbo mit 74 kW/100 PS, und die bekannten Diesel mit 55 kW/75 PS, 63 kW/86 PS und 76 kW/103 PS spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Neu im Clio-Programm ist der aus dem Twingo RS bekannte 1.6-Liter mit 94 kW/128 PS, der in der sportlichen Modellversion GT zum Einsatz kommt. Bei ersten Testfahrten zeigte das an ein Sechsgang-Schaltgetriebe gekoppeltes Triebwerk durchaus Biss, allerdings erst in höheren Drehzahlen. Der Durchschnittsverbrauch von 6,9 Litern (160 g/km) rückt aber bei sportlicher Fahrweise in weite Ferne. Apropos Sportlichkeit: Das 2.0-Liter-Triebwerk des Clio Sport leistet nun 148 kW/201 PS oder anders ausgedrückt: 100,5 PS pro Liter Hubraum. Für sportlich ambitionierte Fahrer genau das Richtige, zumal der Preis von rund 20.000 Euro für das Kraftpaket ausgesprochen günstig ist.

Auch sonst zeigt sich Renault bei der Preisgestaltung sehr zurückhaltend. Ab 11.900 Euro steht der Clio als Dreitürer beim Händler. Das sind rund 400 Euro mehr als zuvor, dafür gehören aber ESP und ein verbesserte Komfortausstattung nun ab Werk dazu. Ab der zweiten Ausstattungsversion, die ab 13.600 Euro kostet, hat der Kleine unter anderem eine Klimaanlage, elektrische Helfer für Fenster und Außenspiegel und eine Audioanlage an Bord. Der Fünftürer kostet jeweils 800 Euro Aufpreis. Renault sollte es gelingen, in der Kleinwagen-Verkaufshitparade mit dem aufgefrischten Clio mio trotz der starken Konkurrenz einen guten Platz zu belegen.

Text: Elfriede Munsch

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