Erste Erfahrungen: Citroën C3 Picasso

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Die Bandbreite der praktischen Familiengleiter – auch neudeutsch Van genannt – ist groß. Von winzig bis riesig reicht die Auswahl, auf der einen Seite wirbt ein Renault Modus mit einer Länge von 3,88 m um die platzsuchende Kleinfamilie und am anderen Ende punktet beispielsweise ein Chrysler Grand Voyager mit 5,14 m mit Raum für bis zu sieben Personen. Irgendwo dazwischen – bei gut vier Meter Länge – sind die meistverkauften Fahrzeuge dieser Klasse angesiedelt. Sie bieten zwar viel Platz für Kind und Kegel, passen aber trotzdem halbwegs in die genormten städtischen Parkbuchten.

Das gilt auch für den neuen Citroën C3 Picasso, der ab Mitte März bei den Händlern auf Kundschaft wartet. Er ist mit 4,08 m lang genug, um fünf Personen vernünftige Sitzpositionen zu ermöglichen, aber trotzdem kurz genug, um damit im Parkhaus problemlos rangieren zu können. Der Trick für die kompakten Raumwunder ist in der Nutzung der Breite und vor allen Dingen der Höhe begründet. So liegt die Dachkante des Franzosen 1,63 m hoch. Manche Hersteller gestalten ihre Fahrzeuge nach dem Motto quadratisch, praktisch, gut, Citroën hat dieses Bauprinzip zwar ebenfalls verwendet, aber mit einigen Rundungen den allzu eckigen Gesamteindruck entgegengewirkt. Das beschrieb der Designer bei der Präsentation sehr blumig, aber einprägsam mit würfelige Morphologie. Der Innenraum gibt sich freundlich und mit vielen Ablagemöglichkeiten auch sehr praktisch. Die Rückbank kann zugunsten von mehr Knie-oder Kofferraum um 15 Zentimeter verschoben werden. Das Gepäckteil variiert dann zwischen 385 und 500 Litern Fassungsvermögen. Klappt man die hinteren Sitze um, passen bis zu 1.506 Liter hinein. Hat man noch die Zusatzoption Reise-Paket für 350 Euro geordert, lässt sich der Beifahrersitz umklappen, so dass auch lange Gegenstände einfach verstaut werden können. Zum besseren Finden des Ladeguts gehört zum Lieferumfang der Option unter anderem eine Taschenlampe. Das Gestühl ist bequem, der Fahrer schaut von seinem hohen Arbeitsplatz auf einen digitalen Tacho mit großen und gut lesbaren Ziffern. Die verwendeten Materialien signalisieren, dass sich die Insassen wohlfühlen sollen. Damit grenzt sich der C3 Picasso auch von der hauseigenen Konkurrenz wie den Berlingo ab, dessen Interieur weniger edel wirkt.

Drei Aggregate stehen zunächst zur Auswahl, alles alte Bekannte. Die zwei Benziner stammen aus der Kooperation zwischen PSA (Peugeot / Citroën) mit BMW, der 110 PS-Diesel befeuert viele Modelle bei den Franzosen. Der 1,4-Liter Ottomotor leistet 70 kW/95 PS, der 1,6-Liter 88 kW/120 PS. Letzterer erfüllt bereits die Abgasnorm Euro 5. Das kleine Triebwerk mobilisiert immerhin 136 Nm. Bei ersten Testfahrten hinterließ es einen muntereren Eindruck als die PS-Zahl vermuten lässt. Engagiertes Schalten vorausgesetzt, kommt der kleine Van schnell auf Touren. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 178 km/h erreicht, durchschnittlich konsumiert er 6,8 Liter (CO2-Ausstoß: 157 g/km) Der stärkere Benziner ist nur wenig durstiger (6,9 Liter, CO2-Ausstoß: 159 g/km), dafür schafft er die 188-km/h-Marke. Der Diesel ist natürlich der Gewinner an der Tankstelle und beim Drehmoment (4,1 Liter, CO2-Ausstoß: 130 g/km, 245 Nm), dafür kostet der Van aber mit dem Selbstzünder mindestens 20.000 Euro. Auch wenn der Diesel nur ab der zweiten Ausstattungsstufe erhältlich ist, also bereits eine Klimaanlage, Kopfairbags und ein Radio an Bord sind, ist er 3.000 Euro teurer als der kleine Benziner und noch 2.000 Euro als der 120 PS-Benziner mit dem vergleichbaren Komfortniveau. Die Preisliste startet ab 14.900 Euro, allerdings ist er nicht sonderlich üppig ausgestattet. Immerhin gehört ESP ab Werk dazu, schließlich soll der Franzose bei plötzlichem Spurlastwechsel nicht den Elch machen.

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