Test-Tour: Lexus SC 430

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Der Lexus SC 430 gehört in Deutschland eher zu den unbekannten Auto-Spezies. In den ersten acht Monaten dieses Jahres wurden ganze 44 Einheiten von dem japanischen Luxuscabrio in Deutschland verkauft. Am Kaufpreis kann es nicht liegen, denn der Konkurrent Mercedes SL fuhr im selben Zeitraum rund 2.400 Mal aus den Ausstellungshallen zu den Kunden. Und das obwohl der vergleichbare SL 350 knapp 11.000 Euro teurer ist als der SC 430, der ab 74.650 Euro bei den Händlern steht.

Am Aussehen können die übersichtlichen Zulassungszahlen auch nicht liegen. Selbstbewusst und sportlich steht er auf seinen serienmäßigen 18-Zoll-Leichtmetalllfelgen. Besonders mit geöffnetem Dach zeigt der Lexus seine wohl durchdachten Proportionen. Das Cabrio ist als Viersitzer zugelassen, aber die hinteren Plätze taugen eher als Gepäckablage als für Kindertransporte. Folgerichtig bietet Lexus gleich auch passende Reisetaschen an, die sich perfekt an die Sitze anpassen. Dann macht es auch keine Probleme, alle Siebensachen unterzubringen, die man für einen netten Cabrio-Ausflug zu zweit so braucht. Schrumpft doch das Kofferraumvolumen bei Sonnenbankfunktion auf Minimalgröße. Gar nicht klein geht es für die vorderen Insassen zu. Man sitzt bequem auf Ledergestühl, das Leder ist nicht nur säuberlich verarbeitet, sondern fühlt sich noch richtig gut an. Auf erstklassige Verarbeitung legt die Luxustochter von Toyota großen Wert. Und so passt alles haargenau. Allerdings merkt man, dass das Fahrzeug schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Erstmals wurde es 2001 vorgestellt und fährt seitdem im Großen und Ganzen unverändert über die Straßen.

Das Audio-System beispielsweise klingt zwar noch immer sehr gut, aber die Bedienung ist etwas altbacken und die Eigenart, den Lautstärkeregler auf der rechten Seite zu haben, nervt europäische Fahrer. Zum Glück verschwindet die Einheit wie auch das Navi-Display im Zweifelsfall hinter einer Holzblende. Ein 4,3-Liter-V-8-Motor mit 210 kW/286 PS unterstützt den sportlichen Fortbewegungsdrang. Nur ein leises Brummeln gibt Auskunft über die hohe Anzahl der Zylinder. Ein leichtes Antippen des Gaspedals bringt das Aggregat auf Touren. Die seit 2005 verwendete Sechsstufen-Automatik schaltet ruckfrei und unauffällig. Die 419 Nm bei 3.500 Umdrehungen sorgen für genügend Kraftreserven. Wer will, kann mit dem Cabrio in 6,2 Sekunden von O auf 100 km/h beschleunigen, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 250 km/h elektronisch abgeriegelt. Aber wer will schon rasen? Beim entspanntem Dahingleiten genießt man Umwelt und Begleitung viel besser. Außerdem liegt dann auch der Verbrauch eher im Normbereich von 11,2 Litern (CO2-Ausstoß: 269 g/km). Durchschnittlich flossen bei unserem Testwagen 11,8 Liter durch die Leitungen.

Ab 74.650 Euro beginnt die Preisliste für den SC430. Das ist dann auch schon der Komplettpreis, außer dem Navigationssystem für 3.800 Euro gibt es keine Optionen. Mit allen üblichen Komfort- und Sicherheitsstandards versehen, ist der Lexus also ein monetäres Schnäppchen – nur bemerken dies zu wenige Autokäufer.

Text: Elfriede Munsch

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