Buchtipp der Woche

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Ute Scheffler: Koche mit Liebe. Kultrezepte der Sechziger.
Buchverlag für die Frau (Leipzig); 8,90 Euro

Das waren Zeiten … die Fitnesswelle noch in weiter Ferne, dafür Experimentierfreude um so mehr angesagt. Bunt durfte es sein und süß, und die Kombination aus Früchten und Pikantem trat gerade ihren Siegeszug durch die Küchen an. Wenngleich die Rezeptsammlung von Ute Scheffler ausdrücklich ein Stück DDR-Geschichte schreibt und dies auch mit Produktfotos dokumentiert, sind doch zahlreiche der Rezepte schon damals gesamtdeutsch gewesen: Kullerpfirsich, Kalten Hund und Falschen Hasen kannte man von Aachen bis Zwickau.

Wie gesagt: Man scherte sich herzlich wenig um Kalorien, Joule, Fettanteile und Vitamingehalt, sondern kochte rein nach Gaumen und ließ sich gerne von den ersten Fernsehköchen inspirieren. Und auch wenn das Haushaltsbudget knapp war, konnte doch geschlemmt werden. So musste für ein Jägerschnitzel niemand auf die Pirsch gehen, sondern es wurden dicke Jagdwurstscheiben in Ei und Semmelbröseln gewendet und anschließend ausgebraten. Das funktionierte auch mit Scheiben von Schnittkäse – sicher besonders interessant für Vegetarier. Eine Tote Oma hingegen – gebratene Grützwurst, mit Fleischbrühe aufgegossen und mit Semmelbröseln angedickt – ist vielleicht nicht jedermanns Favorit. Muss aber auch nicht, schließlich ist die Auswahl der Rezepte – von der Vorspeise über Partyhappen und Hauptgerichte bis zum Kuchen – groß genug.

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