Erste Erfahrungen: Fiat Fiorino

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Nutzfahrzeuge, also Fahrzeuge, die im wahrsten Sinn des Wortes ihrem Besitzer im alltäglichen Leben einen Nutzen erweisen, können diese Funktion durchaus mit einer erfrischenden Optik verbinden und müssen nicht als braver Biedermann daherkommen. Bestes Beispiel dafür ist der neue Fiorino von Fiat, deren Nfz-Ableger sich seit geraumer Zeit Fiat Professional nennt. Genau so sind die Italiener bei der Konzeption des neuen Kleintransporters auch vorgegangen. Das 3,86-Meter-Gefährt, seit mehr als zehn Jahren in zwei Generationen als Kastenwagen produziert, ist ein erfischend anzuschauendes, aber dennoch ganz auf die Klientel Handel, Handwerk und Gewerbe ausgerichtetes Fahrzeug, das dem Fahrer auch bei größeren Strecken das Gefühl vermittelt, in einer komfortabel abgestimmten Limousine unterwegs zu sein.

Auch kleinere Nutzfahrzeuge werden zunehmend nach Gesichtspunkten wie Design und Komfort und nicht nur nach reiner Zweckmäßigkeit gekauft. Unter diesem Aspekt will der neue Fiorino in einer schmucken Verpackung an die Vorgänger-Erfolge anknüpfen. Er besticht durch eine markante Linienführung, verbindet sowohl in der Front- wie auch in der Seitenansicht einen bullig-robusten Charakter mit einer ansprechenden dynamischen Linienführung. Die Front wird dominiert von einem hoch angesetzten schwarzen Stoßfänger mit dem augenfälligen Fiat-Logo. Die Seitenlinie prägen tief angesetzte Fenster, ausgestellte Radhäuser und eine seitliche Schiebetür.

Trotz kompakter Abmessungen (3,86 Meter lang, 1,72 hoch und 1,71 breit) bietet er ein großes Ladevolumen (2,5 Kubimeter, bei umgelegtem Beifahrersitz 2,8) und eine sinnvolle Aufteilung des Nutzraumes. Der Laderaum ist 1,50 Meter lang (bei umgelegtem Beifahrersitz 2,50 Meter) und die Nutzlast (inklusive Fahrer) beträgt 500 Kilogramm. Die niedrige Ladekante (52 Zentimeter) und mehre Verzurrösen im Laderaum lassen den neuen Fiorino zu einem wirklichen Nutzfahrzeug werden, das mit poppigen Farben in Stadtverkehr ein echter Hingucker ist. Im Innenraum verbindet sich die Funktionalität des Fahrzeugs (viele Ablagemöglichkeiten, variabler Fahrersitz, umlegbarer Beifahrersitz ) mit einem Auto, das allen erdenklichen Limousinen-Komfort bietet: Klimatisierung, Radio mit CD- und MP3-Player und eine effektive Dämmung der Fahrerkabine gehören ebenso dazu wie ein Schutzgitter hinter dem Fahrersitz, das ein Eindringen der Ladung in den Fahrgastraum verhindert.

Für den Antrieb stehen zunächst ein 1,4-Liter-Benziner mit 73 PS aus dem PSA-Regal und ein hauseigener 75 PS starker Multijet-Diesel zur Verfügung. Im Diesel wird zusätzlich auf Wunsch ein automatisiertes Schaltgetriebe namens Comfort-Matic angeboten. In Sachen Durchschnittsverbrauch auf 100 Kilometer gibt Fiat für den Ottomotor 6,9 Liter und für den Selbstzünder 4,5 Liter an. Mit Einstiegspreisen unter 10.000 Euro wird die italienische Art des urbanen Lebens mit veritablem Kampfpreis gegen die Konkurrenz von Peugeot Bipper oder Citroën Nemo antreten, mit denen er sich auch die Technik teilt. Was aber nicht zu brüderlicher Liebe, sondern durchaus gewolltem Kain-und-Abel-Effekt auf dem Markt der kleinen Transporter führen soll.

Text: Jürgen C. Braun

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