Jaguar: D-Type kehrt nach Le Mans zurück

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Zur Feier des 50. Jahrestages des Le Mans-Sieges von 1957 kehrt der Jaguar D-TYPE Mitte Juni an die Stätte seiner größten Triumphe zurück. Nach Erfolgen in den Jahren 1955 und 1956 dominierte Jaguar die Auflage von 1957 fast nach Belieben: Die fünf gestarteten Wagen kamen auf den Plätzen 1, 2, 3, 4 und 6 ins Ziel. Ein halbes Jahrhundert danach erleben der Siegerwagen und der Zweitplatzierte des Rennens von 1957, mit freundlicher Einwilligung ihrer Besitzer Evert Louwman und Sir Antony Bamford, nun ein Wiedersehen am Ort des ruhmreichen Geschehens. Zusammen mit anderen Helden der Le Mans-Geschichte werden sie den Zuschauern im Vorprogramm der diesjährigen Auflage (16./17. Juni) auf der Start-Ziel-Geraden präsentiert. Danach lassen die D-TYPEs bei drei Runden um den 13,59 Kilometer langen Kurs die alten Zeiten noch einmal aufleben.

Der Sieg von 1957 war für die damals noch relativ kleine Marke Jaguar ein Meilenstein. Die Le Mans-Erfolge, die 1951 und 1953 mit dem C-TYPE ihren Anfang nahmen, machten die Marke weltweit bekannt. Jaguar wurde zu einem festen Begriff im Motorsport und in der Automobilindustrie, betont Michael Quinn, Enkel des Jaguar-Gründers Sir William Lyons und Co-Organisator des diesjährigen Revivals. Daher war es für uns selbstverständlich, das 50-jährige Jubiläum in Le Mans gebührend zu begehen.

Nach hartem Kampf gegen die Konkurrenz von Aston Martin, Maserati und Ferrari sahen im Juni 1957 nach 24 Stunden Ron Flockhart und Ivor Bueb auf einem von der Ecurie Ecosse genannten D-TYPE mit 3,8-Liter-Motor als Erste die Zielflagge. Platz zwei belegte das zweite Auto der schottischen Crew, ein von Ninian Sanderson und John Lawrence gesteuerter D-TYPE mit kleinerem 3,4-Liter-Reihensechszylinder. In einem weiteren Jaguar liefen die Franzosen Jean Lucas und Jean-Marie Brussin (Mary) auf Platz drei ein, gefolgt vom Journalisten Paul Frère und dessen Partner Freddy Rousselle im gelben D-TYPE der Equipe National Belge. Hinter dem besten Ferrari rundeten Duncan Hamilton und Masten Gregory im zweiten Jag mit 3,8-Liter-Triebwerk das makellose Resultat ab – fünf Jaguar gingen an den Start und fünf gingen siegreich ins Ziel. Es war erst das zweite Mal in der Le Mans-Geschichte, dass ein Hersteller einen Vierfach-Sieg verbuchen konnte – zuvor war dies nur Bentley im Rennen von 1929 gelungen.

Dass es überhaupt dazu kam, verdankte Jaguar dem professionellen Auftritt der von David Murray geleiteten Ecurie Ecosse. Schon 1956 hatten die Schotten trotz des frühen Ausfalls des offiziellen D-TYPE für ein Happy End aus Jaguar-Sicht gesorgt. In der Saison 1957 vertrat das Privatteam nach dem Rückzug des Werkes die Jaguar-Interessen dann allein.

Nach den glorreichen Fifties sollte es bis 1988 dauern, ehe Jaguar mit dem Silk Cut XJR-9 LM und dem Fahrertrio Andy Wallace/Jan Lammers/Johnny Dumfries zum sechsten Mal bei den 24 Heures du Mans den längsten Atem hatte. Gegen geballte Konkurrenz von Porsche, Sauber-Mercedes, Nissan und Toyota setzte sich das von Tom Walkinshaw dirigierte Team im dritten Anlauf durch. Nur zwei Jahre später ließen John Nielsen, Price Cobb und Martin Brundle im XJR 12 mit 7,0 Liter großem V12-Motor dann den siebten und vorerst letzten Gesamtsieg für Jaguar folgen.

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