Nissan Bevel: Held des Alltags

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Die von Nissan gezeigte Konzeptstudie Bevel wagt einen Ausblick in die fernere Zukunft des SUV (Sport Utility Vehicle). Nicht die Bedürfnisse der Mitreisenden standen für die Designer im Vordergrund, sondern jene des Besitzers. Der ist männlich, zwischen 45 und 60 Jahre alt und sucht ein praktisches Gefährt zur Ausübung seiner breit gefächerten Aktivitäten. Dabei hilft ihm im Bevel ein sehr funktionaler Laderaum, der als verlängerte Werkbank konzipiert ist.

Zu dem in drei unterschiedliche Zonen aufgeteilten Interieur zählen des weiteren ein Digital-Cockpit und eine komfortable Komfort-Zone rund um den Fahrersitz. Die Türanordnung (eine Flügeltür auf der Fahrer-, zwei gegenläufig öffnende Türen auf der Beifahrerseite) ist ebenso asymmetrisch ausgelegt wie das Glasdach, in das Solarzellen und ein innovatives Dachträgersystem integriert sind. Aber auch für die Mitnahme von Haustieren bietet das 4,39 Meter lange SUV interessante Lösungen. Als Antrieb für den Bevel käme für Nissan ein 2,5-Liter-V6-Motor mit angeschlossenem Hybridsystem infrage. Die Steuerung von Lenkung, Drosselklappe und Bremsen erfolgt über drahtlose by wire-Systeme.

Als Kernzielgruppe hat Nissan männliche Personen zwischen 45 und 60 ausgemacht, deren Leben durch ganz verschiedene Interessen geprägt ist. Zur Ausübung ihrer Hobbies oder Dienste im Umfeld ihrer Gemeinde brauchen sie, so Nissan, einen möglichst luxuriösen Helden des Alltags. Ein möglicher ist der Nissan Bevel.Die Fahrertür mit großzügig geschnittenem Seitenfenster ist extrem lang und schwenkt an einem komplexen System aus vier Streben in zwei Stufen nach oben. Die hintere Seitenpartie ist bis auf einen kleinen, horizontalen Fensterschlitz voll geschlossen. Das Interieur ist so vielfältig nutzbar, dass wir den Anteil an Glas mit Absicht klein gehalten haben. So verwehren wir allzu neugierigen Augen den Einblick von außen, betont Nissan-Designer Bruce Campbell.

Andere Situation auf der Beifahrerseite: Hier befinden sich zwei Einstiegspforten, wobei die hintere – an der C-Säule angeschlagen – gegenläufig öffnet. Folge: Das Verladen von Frachtgut, Ersatzteilen oder Männerspielzeugen wie einem ferngesteuerten Modellflugzeug gelingt mühelos. Denn zwischen A- und C-Säule klafft eine 1,72 Meter lange Öffnung.

Aus dem Stoßfänger klappt eine Arbeitsplatte nach unten aus. Die einteilige Heckklappe steht im geöffneten Zustand fast 1,90 Meter über dem Boden – ein spezielles Scharniersystem macht es möglich. Eine im Stoßfänger verborgene, ausklappbare Plattform dient als praktische Arbeitsfläche, ist aber auch stabil genug, um darauf sitzen oder stehen zu können. Sie ist halb so breit wie die eigentliche Hecktür und per Schnellverschluss leicht auch ganz zu demontieren.

Bei der Konzeption des Bevel haben wir genau studiert, wie Alltagshelden ihre Autos nutzen – die Ladung, die Größe der Frachtstücke, oder wie sie bei Arbeiten im Freien Schutz vor Regen suchen, erinnert sich Bruce Campbell. Eine Heckklappe, unter der ein über 1,80 Meter großer Bursche trocken stehen kann, steigert die Ganzjahres-Tauglichkeit eines Autos schon gewaltig!

Auch die in den unteren Seitenwänden des Laderaumabteils untergebrachten Ladestationen sind eine praktische Sache. Neben dem traditionellen 12-Volt-Anschluss steht ein durch die im Glasdach integrierten Solarzellen gespeistes Aufladegerät mit 110 Volt Spannung zur Verfügung.

Das Glasdach des Nissan Bevel läuft nach hinten asymmetrisch aus. Sechs im Stil eines Eishockey-Pucks gestaltete Befestigungspunkte mit aufklappbaren Haken dienen zur Verankerung sechseckig geformter Boxen. Zusammen bringen sie es auf eine zulässige maximale Dachlast von 112 Kilogramm.

Bei der Gestaltung des Exterieurs zielten wir auf eine möglichst geringe optische Beeinträchtigung durch Türgriffe, Rückspiegel, massige Auspuffrohre oder Leuchteinheiten, sagt Campbell. Daher sind die LCD-Scheinwerfer und -Rückleuchten sowie die Nebelscheinwerfer ebenso versteckt angebracht wie die Auspuffendstücke. Fiberoptische Kameras in seitlichen Auslegern übernehmen die Rolle traditioneller Rückspiegel, während die Türen über Berührungs-sensitive Tastenfelder entriegeln und öffnen.

Andererseits suchten wir aber auch nach Details, die den Nutzcharakter betonen, sagt Campbell. Daher taucht das Symbol des Sechsecks noch mehrmals am Auto auf, so zum Beispiel an den Rädern, am Grill und sogar an der Bremsbelüftung.

Das Interieur des Bevel ist in drei sehr unterschiedlich gestaltete Wohn- und Arbeitsbereiche unterteilt. Die erste definieren die Nissan-Designer als Komfort-Zone. Hier dreht sich alles um den Fahrer, der auf einem komfortablen Ledersitz Platz nehmen darf. Ein Teil des Fahrzeugbodens fährt beim Öffnen der Tür als zusätzliche Ausstiegshilfe mit nach außen.

Die zweite Zone läuft unter dem Label Kommandozentrale. Sie soll den Bevel-Piloten über ein voll digitalisiertes Cockpit und verschiedene Bildschirme mit der Außenwelt verbinden. Die an den äußeren Ecken postierten LCD-Monitore übertragen die Bilder der Außenbordkameras. Die Bildformate und Schriftbilder des großen Hauptmonitors sind sogar variierbar. Es gibt fünf Hauptmenüs: Fahrzeugstatus, Klima, Navigation, Entertainment und Home.

Das Entertainment-Programm gewährt Zugang zu Telefoneinstellungen, Wetter- und Verkehrsnachrichten, zum Internet und zum persönlichen E-Mail-Account. Musikfreunde erhalten Links zum Satelliten-Radio, zur MP3-Schnittstelle, zum CD-Spieler und zu den integrierten Lautsprechern. Über die Home-Funktion erhält der Fahrer Verbindung zu einem Netzwerk, das alle Sicherheitssysteme seines trauten Heims, die dortige Heizungs- und Klimaanlage, die Haushaltsgeräte, das Licht und sogar die Stellung der Garagentür überprüft. Es wäre doch toll, auf dem Rückweg von einer Angeltour bereits vor der Ankunft das Licht einzuschalten und die gute Stube vorzuheizen, malt Bruce Campbell eine schöne neue SUV-Zukunft.

Der dritte Lebensbereich im Nissan Bevel ist die Nutzfahrzeug-Zone. Hier geht es praktisch und rustikal zu. Der Beifahrersitz und die hinteren Stühle sind dank eines Rahmens aus Aluminium betont leicht umzulegen. Da sie ohnehin die meiste Zeit in dieser Stellung verharren, wählten die Interieur-Designer strapazierfähige Bezüge aus. Die Rückseiten der Sitze sind sogar mit dem gleichen Material wie der Ladeboden bezogen, so dass auch optisch eine durchgehende und glatte Ladefläche entsteht. Der Boden selbst besteht aus laminiertem, recyceltem Walnussholz – eine extrem harte, Werkbank-artige Oberfläche.

Zusätzlich stellt der Bevel für Haustiere Mitfahrgelegenheiten. Im Beifahrerraum gibt es ein 360-Grad-Drehlager zum Fixieren einer Hundeleine – falls Waldi einmal etwas Auslauf braucht. Aber auch ein Haltesystem für eine provisorische Hundehütte kann der Nissan Bevel (im Fond) bieten.

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