CD-Tipp der Woche

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George Dalaras: Shining Nights. (Tropical Music/Sony BMG)

In seiner Heimat ist er ein Superstar, und so hat auch die aktuelle CD Shining Nights schon Platin-Status. In Deutschland ist George Dalaras, Jahrgang 1949, noch nicht allzu bekannt. Einerseits verwunderlich, da er schon mit Größen wie Mikis Theodorakis, Al Di Meola, Paco De Lucia und Sting zusammengearbeitet hat. Andererseits vertritt er einen Musikstil, der es naturgemäß außerhalb Griechenlands nicht leicht hat: Denn Rembetiko, der griechische Blues, handelt von den ganz normalen, einfachen Sehnsüchten der einfachen Leute.

Für Shining Nights hat er Landsleute wie Adonis Remos und Haris Alexiou ins Studio gebracht. Das Ergebnis sind 18 Lieder, denen eine unverkennbare melancholische Grundhaltung gemeinsam ist – und die doch nicht grundsätzlich mit einer Bouzouki untermalt werden, auf dass das Ergebnis ein garantierter Export-Erfolg werden möge. Wiewohl die unverkennbare Bouzouki nicht fehlt, setzt George Dalaras auch auf rockigere Arrangements, die nicht unbedingt beim ersten Hören ins Ohr gehen müssen.

Shining Nights ist eindeutig eine Sammlung zum Wieder-Hören. Nicht richtig Hinhören, nur oberflächliches Wahrnehmen oder als angenehme Kulisse verwenden, ist nicht Sinn des Rembetiko. Um eine aufmerksame Zuhörerschaft zu gewinnen, reichert George Dalaras den traditionellen griechischen Stil ganz einfach mit Pop an.

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