Test-Tour: Mercedes-Benz ML 350 mit Sportpaket

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Der Boom der Geländewagen, neudeutsch auch Sport Utility Vehicles oder SUV genannt, hält weiter an. Zwar braucht kaum jemand tatsächlich ein solches Fahrzeug und doch werden sie geliebt bei Ausfahrten zum Bäcker oder an den Baggersee. Mittlerweile gibt es ein breit gefächertes Angebot: große und kleine Offroader mit oder ohne Geländetauglichkeit. Für jeden Geschmack und Geldbeutel ist das passende Dabei. Die Mercedes M-Klasse trifft seit 1997 den Geschmack der Kunden. Nach anfänglichen Qualitätsproblemen hat sich der Benz, der in den USA vom Band läuft, hier zu Lande etabliert. Im Jahr 2005 folgte die zweite Generation. Wir fuhren die M-Klasse mit dem neuen Sechszylinder-Benziner.

Keine Frage: der Wagen macht was her. Reisen mit sportivem Chic ist die Devise. Die M-Klasse gibt sich sportlich-dynamisch und weniger martialisch. Das optionale Sportpaket unterstreicht diesen Eindruck. 19-Zoll-Sportfelgen, Chromzierteile an den Rammschutzleisten und Türgriffen und die rechteckigen Auspuffblenden mit Chrom verleihen dem Wagen Pfiff. Kein Kuhfänger oder sonstige Off-Road-Attribute sollen hier den Eindruck von Erdverbundenheit und Bodenständigkeit erwecken. Der Amerikaner mit den schwäbischen Genen sieht sich eher als schicker Stadtbegleiter. Obwohl er natürlich über die Grundvoraussetzungen eines Geländewagens verfügt. Dank permanentem Allradantrieb kann man sich auch ins leichte Gelände wagen. Wer es diesbezüglich härter mag und unwegsames Gebiet mit der M-Klasse erkunden will, kann das Offroad-Paket ordern. Darin ist eine Untersetzung enthalten sowie die Option, mittels Luftfederung die Bodenfreiheit zu erhöhen. Doch wer kann oder darf schon die Fähigkeiten seines Off-Roaders nutzen?

Die M-Klasse hat aber noch andere Vorzüge. So ist das Platzangebot üppig. Schließlich ist der Benz fünfzehn Zentimeter länger als der Vorgänger und erstreckt sich jetzt auf 4,78 Meter Länge. In der Breite misst er nun 1,91 m. Hinzu kommt ein variabler Laderaum, der von 551 Litern bei Standardbestuhlung bis zu 2.050 Litern Gepäckvolumen bei umgeklappten Sitzen reicht. Ein wichtiges Kriterium für die freizeit-orientierte Klientel. Der Innenraum ist ansprechend gestaltet. Leder, Holzapplikationen und viel Chrom haben allerdings ihren Preis. Die einfache Lederausstattung kostet gut 3.000 Euro Aufpreis, wer es luxuriöser nimmt das super-edel-Lederpaket für 7.500 Euro Mehrpreis. Ansonsten ist der Wagen aber ordentlich ausgestattet. Weder in punkto Komfort noch Sicherheit muss der Kunde auf die wichtigen und angenehmen Dinge des automobilen Daseins verzichten.

Für den Vortrieb sorgte bei unserem Testwagen der 3,5-Liter Sechszylinder mit 200 kW/272 PS. Die Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h ist auf der Autobahn leicht zu erreichen. Der Sechszylinder entpuppt sich als Tausendassa im Benz-Regal und macht in allen Baureihen eine gute Figur. Es muss auch im SUV-Bereich nicht immer ein Diesel sein. Unser Durchschnittsverbrauch von 12,2 Litern lag nur etwa einen Liter über der Werksangabe. Wer tief fliegen will, muss allerdings mit einem Tempozuschlag rechnen. Besonders gut harmoniert die Maschine mit der Siebengang-Automatik, die ausschließlich über einen leinen Hebel am Lenkrad bedient wird. Schaltrucke sind praktisch nicht spürbar und auch auf kurvigem und hügeligem Geläuf findet der Automat die passende Übersetzung.

Der Grundpreis beträgt für den von uns gefahrenen Wagen 49.416 Euro. Wer die kleinen Besonderheiten der Marke Mercedes schätzt, muss allerdings deutlich tiefer in die Brieftasche greifen. Das Sportpaket für außen kostet gut 1.700 Euro, die Off-Road-Technik kommt auf etwas mehr als 2.000 Euro, Bi-Xenon-Scheinwerfer mit dynamischem Kurvenlicht stehen mit 1.600 Euro in der Aufpreisliste. Eine Metallic-Lackierung ist für 930 Euro zu ordern. Selbstverständlich gibt es noch weitere Möglichkeiten, die M-Klasse zu verteuern.

Plus: Sportlicher SUV, viel Platz, Interieur sehr chic, großer Kofferraum

Minus: sehr umfangreiche Liste aufpreispflichtiger Ausstattungsfeatures

Text: Elfriede Munsch

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