Die Tour de France auf www.kues.de (II)

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Durch insgesamt sechs Länder (Frankreich, Deutschland, Luxemburg, Belgien, Holland und Spanien) führt die Große Schleife in diesem Jahr, fünf davon haben wir schon hinter uns gebracht. Nur Spanien warten mit den Pyrenäen-Etappen noch auf den großen Tross. Beherrschendes Thema in den ersten Tagen war die enorme Hitze. Nicht nur die Fahrer hatten mit den hohen Temperaturen zu kämpfen. Pro Etappe muss (!) ein Tour-Teilnehmer bis zu zwölf Flaschen (das sind etwa sechs Liter) an Flüssigkeit zu sich nehmen, sonst trocknet der Körper aus. Das bedeutet auch Schwerstarbeit für die so genannten Wasserträger, die – viele meinen ja, das sei nur ein Ausdruck für einen Helfer – im wahrsten Sinn des Wortes Wasser schleppen müssen. Das heißt, sich zurück fallen zu lassen, Flaschen aus dem Begleitfahrzeug zu nehmen, und wieder nach vorn, meist zum Kapitän des Teams, zu bringen.

Aber auch die Fahrzeuge haben so ihre Probleme mit den heißen Sommertagen. Die Klimaanlage läuft auf Touren, braucht Energie, der Motor läuft heiß. Und wenn es erst einmal in das Hochgebirge geht und die gleichen Temperaturen herrschen sollten, kommt auch noch jede Menge Kupplungs- und Bremsenverschleiß bei den steilen Ankünften und den rasenden Abfahrten hinzu. Der Service Medicale, der Ärztliche Notdienst, hat es da übrigens am besten: Die sind mit einem Audi Cabriolet unterwegs, da die Tour aber offiziell mit einem anderen Hersteller zusammen arbeitet, prangt sinnigerweise unter den vier Ringen groß die Beschriftung: Škoda, Na ja, ist vielleicht ja auch ganz originell irgendwie.

Wer bei der Tour gewisse Privilegien hat und die auch für sich in Anspruch nehmen möchte, der braucht auch ein starkes Nervenkostüm. Die verschiedenfarbigen Aufdrucke an den Presse-Fahrzeugen zeigen der die Tour begleitenden französischen Gendarmerie an, bis wohin sich das betreffende Fahrzeug vorwagen darf. Unser grünes Badge an unserem Ford Mondeo Turnier gehört zur so genannten Hors Categorie, das heißt, wir dürfen sogar zwischen Ausreißer und Hauptgruppe fahren. Das macht man aber im Ernstfall nur für maximal eine halbe Stunde, denn das erfordert einfach permanente Höchstkonzentration.

Etwa 100 Meter hinter einer Ausreißergruppe, eingekeilt zwischen schätzungsweise zehn bis 15 Motorräder, noch einmal die gleiche Anzahl von Materialwagen, Fahrzeugen der Organisation und ab zu auch vom Service Medicale. Das alles geht nur Spiegel an Spiegel vor sich, unter ständigem Hupen, Drängeln, vorfahren, vorbei lassen und darauf achten, wie die Fahrer vorn jede Kurve schneiden. (siehe dazu auch das beigefügte Bild) Und die französische Gendarmerie, die die Ausreißer umgibt wie ein Bienenschwarm, achtet peinlichst darauf, dass sich jeder korrekt nach den Vorschriften verhält. Sonst kommt ein Arm vom Motorrad raus, der uns andeutet: Stopp, Freunde, bisher hierher und nicht weiter!

Ich hoffe, dass Sie beim Autofahren an diesem sonnigen Wochenende etwas weniger Stress haben und freue mich schon auf das nächste Tour-Tagebuch.

Ihr Jürgen C. Braun

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