Erste Erfahrungen: Daihatsu Terios 2006

Foto 1
Foto 2
Foto 3
Foto 4

Kaum zu glauben: Schon mehr als dreißig Jahre baut der japanische Kleinwagenspezialist Daihatsu Geländewagen. Doch Namen der Autos wie Taft, Rocky, Feroza oder Terios kennt man kaum, bestenfalls hat man hier zu Lande schon von den niedlichen Kleinst- und Kleinflitzer Cuore und Sirion gehört. Als 1997 der erste Terios über deutsche Straßen rollte, fiel dieser weiter nicht auf. Obwohl kurze Zeit zuvor der Toyota RAV4 das Segment der kompakten SUV begründete, konnte der Terios in Deutschland nicht an dem Erfolg dieser Fahrzeugklasse teilhaben. In den neun Jahren seiner automobilen Lebenspräsenz wurden hier nur 8.800 Stück verkauft. Die zweite Generation, die am 20. Mai ihr Debüt feiert, hat sich dagegen größere Ziele gesetzt. Mehr als 2.000 Einheiten sollen dieses Jahr noch neue Besitzer finden, im Folgejahr werden sogar über 3.000 Stück anvisiert.

Der Neue ist im Vergleich zum Vorgänger um 21 Zentimeter auf 4,05 Meter in der Länge und um 14 Zentimeter auf 1,70 Meter in der Breite gewachsen. Kurze vordere und hintere Überhänge, betonte Kotflügel, eine Reserverad an der hinteren Tür: Der Terios zeigt alle Attribute eines kompakten SUV. Dabei wirkt der Japaner immer noch handlich und eignet sich durch seinen kleinen Wendekreis von 9,80 Meter gut für das Rangieren im Stadtgewühl. Wer doch einmal abseits der befestigten Wege die Geländegängigkeit des Wagens ausprobieren möchte, kann dies getrost tun. Permanenter Allradantrieb mit Zentraldifferential und eine Bodenfreiheit von 20 Zentimeter nehmen matschigen Waldwegen, steinigem Gelände oder kleineren Bachläufen ihre Unwegsamkeiten. Damit kann der Terios mehr als er vermutlich im Alltag unter Beweis stellen muss. Für den täglichen Gebrauch bietet der Kleine vergleichsweise viel Platz im Inneren. Selbst hinten sitzt es sich für lange Leute ganz manierlich. Nur die Kopfstützen lassen sich nicht weit genug herausziehen. Hier hatten die japanischen Ingenieure wohl nicht an lange Europäer gedacht. Der Kofferraum fasst 380 Liter, die Rückbank kann im Verhältnis 60 zu 40 umgeklappt werden. Das Interieur wurde leider etwas lieblos gestaltet. Viel trister Kunststoff, die Stoff-Farbauswahl zu grell und das unpraktische Handschuhfach stören. Dagegen punktet der kompakte SUV durch seine gute Sicherheits-und Komfortausstattung. Bereits in der Basisversion gehören vier Airbags, ABS, ESP und eine Traktionskontrolle zum Serienumfang. Bei der Crash-Bewertung durch den NCAP-Test werden vier Sterne erwartet, was für diese Sorte Autos ein gutes Ergebnis ist.

Ab Werk verfügen die Fahrzeuge über elektrische Fensterheber rundum, elektrisch verstellbare Außenspiegel, einen höhen verstellbaren Fahrersitz und ein CD-Radio. Letzteres ist auch wirklich nötig, denn allein durch laute Musik lässt sich das unschöne und penetrante Gebrumm des Motors übertönen. Es scheint, als hätte man an der Motorraumdämmung gespart, so dass die Insassen immer genau und sehr deutlich über das Tun im Motorraum unterrichtet werden. Das 1,5-Liter-Aggregat leistet 77 kW/105 PS und ist alles anderes als spritzig. Freude am Schalten kommt vor der Freude am Fahren. (Spitze: 160 km/h, Verbrauch: 7,9 Liter Normalbenzin). Ein antriebsstarker Diesel ist in nächster Zeit noch nicht in Sicht, dafür gibt es aber eine Automatik.

Ab 17.990 Euro steht der Terios beim Händler. In der nächst höheren Ausstattungsvariante ab 20.790 Euro gehören Kopfairbags, eine Klimaautomatik, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung und ein Bordcomputer dazu. Nebelscheinwerfer, Kotflügel-und Schwellenverbreiterung und 16-Zoll-Räder sind in der Top-Version ab 21.990 Euro zu haben.

Text: Elfriede Munsch

Scroll to Top