Volkswagen: Dakar-Piloten profitieren von Motorrad-Erfahrung

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Was haben die Volkswagen Werkspiloten Jutta Kleinschmidt und Mark Miller sowie Beifahrer Dirk von Zitzewitz gemeinsam? Die drei Wüstenprofis, die bei der Rallye Dakar 2006 im Volkswagen Race Touareg 2 um den Sieg kämpfen wollen, waren zunächst im Motorradsport erfolgreich, bevor sie ihre Karriere auf vier Rädern fortsetzten.

Jutta Kleinschmidt, die für Volkswagen bei der Dakar 2005 den ersten Podiumsplatz eines Diesel-Fahrzeugs errang, bestritt zwischen 1988 und 1994 vier Mal den Klassiker auf einem Motorrad, bevor sie ins Cockpit eines Autos wechselte und im Jahr 2001 als erste und bisher einzige Frau die berühmteste Offroad-Rallye gewann. Dirk von Zitzewitz weist als 15-maliger Deutscher Enduro-Meister dem Amerikaner Mark Miller, einem ehemals erfolgreichen Motorrad-Fahrer der amerikanischen SCORE-Offroad-Serie, den Weg durch die Wüste.

Jutta Kleinschmidt, Mark Miller und Dirk von Zitzewitz profitieren von ihren früheren Erfahrungen mit dem Motorrad. Aus dieser Zeit rührt ihre intensive Beziehung zur Wüste, und auf dem Motorrad haben sie wohl gelernt, quasi im Wüstensand regelrecht zu lesen. Das kann in entscheidenden Momenten ein echter Vorteil sein, äußert Volkswagen Motorsport-Direktor Kris Nissen.

Wer wie Jutta Kleinschmidt, Dirk von Zitzewitz oder der insgesamt achtmalige Dakar-Sieger Stéphane Peterhansel bereits allein die Zeitenjagd in der Wüste erfolgreich überstanden hat, kann sich gleichzeitig auf das Fahren und Navigieren konzentrieren und hat gelernt, sich selbst zu motivieren und Krisen und Probleme auch ganz allein, hunderte von Kilometern von der nächsten Asphalt-Straße entfernt, durchzustehen. Doch vielleicht gerade deshalb empfinden die beiden Volkswagen Teamkollegen Mark Miller und Dirk von Zitzewitz ihre Zusammenarbeit im 275 PS starken Volkswagen Race Touareg 2 als ein überaus positives Teamwork.

Dirk und ich kennen uns seit 1998 als wir mit dem Motorrad Teamkollegen bei der Atlas-Rallye in Marokko waren, erklärt Mark Miller, der in den USA erstmals 1979 die SCORE-Offroad-Serie auf zwei Rädern bestritt, später Trucks und Buggys fuhr, bevor er im September 2005 ins Werksteam von Volkswagen kam und dort wieder mit seinem ehemaligen Beifahrer Dirk von Zitzewitz vereint ist, mit dem er im Jahr 2002 erstmals die Rallye Dakar im Auto absolvierte. Dirk und ich kennen den Druck, gleichzeitig zu fahren und zu navigieren. Als Team kann sich jetzt jeder von uns voll und ganz auf nur eine Aufgabe konzentrieren.

Doch birgt nicht die Tatsache, den Job des Partners im Auto sehr gut zu kennen, die Gefahr des Einmischens? Überhaupt nicht, ich fand es als Motorradfahrer eher schwer, selbst zu navigieren, gesteht Mark Miller. Ich weiß, dass ich mich hundertprozentig auf Dirk verlassen kann, schließlich habe ich einen 15-maligen Deutschen Enduro-Meister neben mir. Dirk ist sehr fordernd, er verlangt viel von mir und feuert mich an. Es ist eine perfekte Partnerschaft und echtes Teamwork.

Aus der Motorrad-Zeit stammt die Kommunikationsweise des amerikanisch-deutschen Duos, das auch privat gut befreundet ist. Wir haben bestimmte Ausdrücke, um Landschaften, Streckenbeschaffenheit und Oberflächen zu beschreiben, erklärt Dirk von Zitzewitz. Jede Bodenwelle hat in der Sprache der Motorradfahrer eine Bezeichnung. Und die nutzen wir natürlich.

Die Erfahrungen, die man als Motorradfahrer bei der Rallye Dakar sammelt, helfen, wenn man später mit einem Auto diese Veranstaltung bestreitet, berichtet die Deutsche Jutta Kleinschmidt. Sie verfolgte im Jahr 1987 erstmals als Touristin auf eigene Faust den Wüsten-Marathon. Mich hatte die Begeisterung gepackt, ich wollte unbedingt dabei sein, erklärt sie. Bereits im Jahr darauf startete sie im Wettbewerb. Als Motorradfahrer lernt man die Landschaften viel besser kennen als aus der Perspektive hinter dem Lenkrad eines Autos. Denn als Enduro-Pilot fährt man sehr viel stehend, hat dadurch einen guten Überblick und freie Sicht in alle Richtungen, erläutert die Dakar-Siegerin von 2001, die viermal mit dem Motorrad den Wüsten-Klassiker bestritt, bevor sie erstmals im Jahr 1994 auf vier Rädern ins Rennen ging.

Die Volkswagen Werkspilotin glaubt zudem, dass sie auch in zwei weiteren Punkten von den Wüsten-Abenteuern auf zwei Rädern profitiert. Als Motorrad-Fahrer lernt man eine sehr saubere Linie zu fahren, das zahlt sich später im Auto aus. Außerdem habe ich durch das Navigieren einen guten Orientierungssinn. Dadurch allerdings fiel es mir schwer, bei den ersten Rallyes im Auto auf die Ansagen des Beifahrers zu hören, analysiert Jutta Kleinschmidt.

Bei ihrer 15. Rallye Dakar konzentriert sich die Volkswagen Werkspilotin Jutta Kleinschmidt genau wie Mark Miller und Dirk von Zitzewitz auf ein Ziel: Sie wollen gemeinsam mit ihren Teamkollegen Carlos Sainz, Bruno Saby und Giniel de Villiers 2006 den ersten Sieg für den Volkswagen Race Touareg 2 bei dem Marathon-Klassiker erringen. Um für den 15 Tage langen Wüsten-Marathon über 4.800 gezeitete Kilometer auch richtig fit zu sein, trainiert Dirk von Zitzewitz beispielsweise nicht nur auf dem Fahrrad und beim Laufen – sondern bewegt sich immer noch auf Enduro-Maschinen auf zwei Rädern durchs Gelände. Eine perfekte Rallye-Vorbereitung, ist der Profi-Copilot aus Norddeutschland überzeugt.

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