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Georges Moustaki: Vagabond (Virgin/EMI)

Vagabond: Könnte es einen treffenderen Titel für eine CD von Georges Moustaki geben? Eigentlich nicht, denn der in Alexandria geborene Jude griechischer Abstammung, der zu den bedeutendsten Vertretern des französischen Chansons gehört, verkörpert mit seiner Biographie wahrlich den Typus des rastlosen Künstlers.

Nicht zu trennen ist sein Name von dem der Edith Piaf: Ihr schrieb er in den fünfziger Jahren das unvergeßliche Milord. Später trat er selbst ins Rampenlicht und bereicherte das französische Chanson um Titel wie Ma solitude, Il est trop tard – und natürlich Le MétSqje, jenes nachdenkliche Selbstporträt mit den Haaren, die in alle Richtungen wehen.

Die Haare sind inzischen grau und Moustaki selbst 71 Jahre alt – und immer noch ein vagabond: Die Aufnahmen für die neue CD haben ihn nach Rio de Janeiro geführt.

Vagabond ist Rückschau und Ausblick gleichermaßen – so widmet sich Moustaki einerseits der Freude am Leben, erinnert aber ebenso an frühere Stationen seines Lebens. Zum Beispiel an seinen 1994 verstorbenen Weggefährten Tom Jobim, dessen Lied Les eaux de Mars er zugleich hier in einer Neuaufnahme vorstellt.

Der Vagabond, das Titellied, ist durchaus biographisch verstehbar, und in einem anderen Lied weckt er Erinnerungen an den Dichter Boris Vian: Wie dessen Le déserteur ist auch Moustakis Soldat ein weises Friedensbekenntnis.

So knüpft Georges Moustaki mit Vagabond nahtlos an die Vielzahl seiner bekannten Chansons an, die seinen Ruf begründet haben.

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