Erste Erfahrungen: Cadillac STS

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Die gehobene Mittelklasse wird männlich, zumindest – wenn es nach den Wünschen von Cadillac geht. Denn der neue STS steht als V6 oder, noch standesgemäßer, mit einem V8-Triebwerk nun bei den Händlern und wartet darauf, dass sich die Kundschaft, die sich normalerweise für 5er BMW, Audi A6 oder Mercedes E-Klasse entscheidet, vielleicht doch für den Amerikaner begeistern könnte. Allerdings sind die Verkaufsziele bescheiden gesteckt: Gerade mal 200 Stück hofft man, verkaufen zu können.

Die Limousine, die übrigens auf der Signum-Plattform aufgebaut wird, polarisiert durch seine Formgebung. Knapp fünf Meter lang zeigt der Wagen auf seiner kompletten Länge und Breite (1,84 m) eckiges und kantiges Selbstbewusstsein. Der große Kühlergrill, die markanten Scheinwerfer und die auffälligen Heckleuchten sorgen im Zusammenspiel mit den wuchtigen Kanten für einen unverwechselbaren Auftritt mit dem Vorteil, dass die Besitzer ihr Auto schnell auch unter vielen Fahrzeugen auf einem Parkdeck wieder finden können. Im Inneren lässt der einmalige Charakter allerdings nach. In Punkto Gesamteindruck und Verarbeitungsqualität hat die etablierte Konkurrenz durchaus das bessere Händchen. Dafür bietet der STS eine ganze Menge Ausstattung zum Festpreis. So tritt der STS mit einer angemessenen Sicherheitsausstattung an, die sechs Airbags, eine Traktionskontrolle, ESP, ein Reifenluftdruckkontrollsystem und Xenonscheinwerfer beinhaltet. Für das komfortable Wohlbefinden sind unter anderem Ledersitze, eine Zweizonen-Klimaautomatik und eine Musikanlage von Bose mit einem Sechsfach-CD-Wechsler mit an Bord. Gegen Zuzahlung gibt es noch ein vierfarbiges Head-Up-Display, eine Abstandsregelungssystem oder beheizbare und belüftbare Vordersitze. Das Platzangebot ist üppig bemessen, nur der Kofferraum bleibt mit 464 Liter Gepäckvolumen hinter dem Klassenstandard zurück.

Für den schnellen Vortrieb stehen ein 3,6-Liter-Sechszylinder mit 189 kW/257 PS oder ein 4,6-Liter-Achtzylinder mit 239 kW/325 PS zur Auswahl. Beide Aggregate haben keine Probleme, das rund 1,8 Tonnen schwere Fahrzeug in Fahrt zu bringen. Den Spurt von 0 auf 100 km/h schafft der Sechszylinder in 7,4 Sekunden, der Achtzylinder benötigt dafür nur 6,2 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 227 und 250 km/h. Die Motoren arbeiten sehr leise und unaufdringlich, selbst beim Achtzylinder hört man kaum etwas von den typischen Motorgeräuschen. Die Fünfgangautomatik überträgt leicht und gelassen die Kraft an die Hinterräder. Als Besonderheit verfügt der V8 über eine adaptive Fahrwerksregelung Magnetic Ride Control. Das ist ein stufenlos verstellbares Dämpfersystem, das ohne elektromechanische Komponenten auskommt und die Regelung der Dämpfung schneller vornimmt als herkömmliche Systeme. Den Durchschnittsverbrauch für beide Motoren gibt Cadillac mit 12,4 Liter an, doch bei ersten sehr gemächlichen Testfahrten pendelte sich der Verbrauch bei eher 17 Litern ein. Da freut sich der Tankwart und der Fahrer hofft, dass er attraktive Preise bei den Tankstellen-Bonus-Programmen erhält.

Ab 45.950 Euro steht der V6 beim Händler, die Preisliste für den V8 beginnt bei 57.950 Euro.

Text: Elfriede Munsch

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