Erste Erfahrungen: Range Rover Sport

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Übertriebene Betriebsamkeit kann man den Briten noch nicht nachsagen, aber drei neue Autos innerhalb eines Jahres vorzustellen, das gab es bei Range Rover noch nie.

Mit dem Range Rover Sport kommt am 21. Mai eine komplett neue Baureihe auf den Markt, um auf die Herausforderungen der Konkurrenz von potenten, straßenoptimierten Geländewagen zu reagieren. Der Range Rover Sport schließt die Lücke zwischen dem kernigen Naturburschen Land Rover Discovery und dem Luxusliner Range Rover. Der Sport ist, wie der Name schon suggerieren möchte, für den Straßenbetrieb und schnelles Fahren optimiert. Dabei darf man allerdings keinen Sportwagen erwarten. Range Rover spricht vom Sport Tourer, was den Briten in eine Klasse mit BMW X5, der neuen M-Klasse und vor allem Porsche Cayenne und VW Touareg bringt. Technisch liegt die Architektur des Discovery zu Grunde, mit Zutaten aus dem Range Rover aufgepeppt. Das Design stammt vom großen Bruder, allerdings ist der Sport niedriger und kürzer. Er wirkt ausgesprochen bullig und durch die verringerte Höhe auch agil. Dass die Agilität kein bloßer Schein ist, merkt man auf der Straße. Dank serienmäßiger Luftfederung und einem ausgeklügelten Wankausgleich umrundet der Sport Kurven erstaunlich flott. Natürlich kann er sein Gewicht von rund 2,5 Tonnen nicht verleugnen, doch scheinen sowohl die Bremsanlage als auch die Federung damit keine Probleme zu haben. Zu schnell angefahrene Ecken, und da sprechen wir schon von einem Tempo, dass der Normalnutzer ihm eher selten auferlegen wird, quittiert der Brite mit Untersteuern. Das serienmäßige Antischleuderprogramm DSC hält ihn aber sicher in der Spur. Bei ausgeschaltetem DSC kann auch ein leichter Schwenk mit dem Heck erfolgen. Es hilft dem sportiven Vortrieb, wenn dazu genügend Leistung bereit steht. Für den Sport und den normalen Range Rover des Jahrgangs 06 hat Landrover die bislang verwendeten BMW V8-Motoren durch neue aus dem konzerneigenen Jaguar-Regal ersetzt. Zur Wahl steht ein 4,4 Liter V8 mit 299 PS oder die 4,2 Liter Kompressor-Variante mit 399 PS. Vor allem letztere schiebt mächtig an und beschleunigt den Koloss in 7,5 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 225 km/h eingestellt. Der Sauger schafft 209 km/h. Beide Motoren überzeugen durch gute Gasannahme, hohe Drehfreude und bulliges Drehmoment. Das macht sie auch im Gelände zu passenden Partnern. Abseits der Straße kann der Sport alles, was auch der Discovery kann, wenn auch mit etwas weniger Bodenfreiheit. Dem Fahrer stehen elektronische Vorwahlprogramme für alle Herausforderungen des Offroad-Fahrens zur Verfügung, er muss nur die richtige Wahl treffen und lenken.

V8-Benziner zählen in modernen Limousinen mittlerweile zu den fast schon genügsamen Vertretern. Im Bereich der Allzweckautos, neudeutsch SUVs genannt, ist das nicht so. Das hohe Gewicht, die schlechte Aerodynamik und das aufwändige Fahrwerk fordern ihren Tribut an der Tankstelle. Man kann den Sport V8 mit 17 Litern auf 100 Kilometer fahren, wenn man sehr zurückhaltend unterwegs ist. Den Kompressor unter zwanzig Liter zu bringen ist schwer, über dreißig dagegen leicht. Wer also keine innige Beziehung zu seinem Tankwart pflegen will, sollte bis zum Herbst warten, dann gibt es den V6-Diesel des Discovery auch für den Sport.

Die Preisliste für den Range Rover Sport startet bei 61.800 Euro für den V8. Der Kompressor kostet 76.700 Euro, allerdings serienmäßig in der höchsten Ausstattungsvariante. Der Diesel wird im Herbst für 48.600 Euro in der Basisversion angeboten.

(Text: Günter Weigel)