Test-Tour: BMW X3 2,5 automatik

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BMW hat sich interne Konkurrenz seiner Allrad-Fraktion ins Haus geholt. Der kleine X3 macht dem erfolgreichen Edel-SUV X5 schwer zu schaffen. Wir fuhren die Version mit dem 192 PS starken 2,5-Liter-Sechszylindermotor mit Automatikgetriebe.

Freude am Fahren im Gelände. Irgendwie hätte der bekannte Slogan der Münchener Autobauer noch vor Jahren so ein wenig nach Saurer Hering mit Marmeladenbrötchen geklungen. Aber die Zeiten, da Matsch und Schlamm das weißblaue Emblem nicht nur optisch beschmutzt hätten, sind längst passé. Out ist heute in und deswegen haben die Münchener nicht nur ihren Premium-Allradler X5 etabliert, sondern ihm mit dem X3 noch einen kleinen Bruder an die Hand gegeben, der dem Familienoberhaupt in Leistung und Angebot kaum nach steht.

Das outdoorfähige Bajuwaren-Vehikel wird im übrigen im Stammland des Herrn Senators gebaut. Bei Magna-Steyr in der Nähe von Graz, dort wo Terminator und Polit-Shootingstar Arnold Schwarzenegger einst damit begann, seine Muskeln spielen zu lassen, um damit die Welt zu erobern. Der X3 ist etwas wendiger, knuffiger und kompakter als der X5. Der automobile Abkürzfimmel, auch AKüFi genannt, hat dafür die Bezeichnung SAV (Sports Activity Vehicle) parat.

Die Erscheinungsform schwankt ein wenig zwischen edel und sportlich-rustikal, das Auto hat etwas vom 3er-Touring und vom X5. An die schwarzen Schürzen an Front und Heck (im Sportpaket gibt's lackierte Karosserieabschlüsse) muss man sich erst etwas gewöhnen. Dank des intelligenten Allradkonzepts mit Namen xDrive wird der Lifestyle-Allradler mit seiner Bodenfreiheit von 20 Zentimeter auf der Betonpiste zu einer Fahrmaschine. Das Fahrwerk muckt weder bei lang gezogenen Kurven, noch bei teuflischen kurzen Haken auf, schluckt kurze harte Stöße wie lange wellige Unebenheiten bereitwillig. Dennoch: Bei aller Leichtigkeit des Fahrens merkt man dem kleinen SUV aus dem Hause BMW an, dass er 1,8 Tonnen Lebendgewicht im leeren Zustand auf die Waage bringt.

Die Antriebskraft wird über eine Lamellenkupplung in Millisekunden auf die einzelnen Räder verteilt, wodurch der BMW X3 große Sicherheitsreserven erhält. Deshalb schaltet sich das serienmäßige DSC (Dynamic Stability Control), das einem ESP gleichkommt, auch nur im absoluten Grenzbereich ein. Die BMW-Motorentechniker haben mit dem bekannt starken Sechszylinder mit 192 PS und einem Hubrum von 2,5 Liter ihre Spuren unter der Haube hinterlassen. Bei moderater Fahrweise kann man den Kraftstoffverbrauch noch gerade so im einstelligen Bereich halten, doch bei zügiger Beschleunigung, bei der sich der X3 regelrecht verbissen in den Asphalt krallt, und sportlichem Fahrstil sind es gut 15 Prozent mehr.

Das Platzangebot im Innenraum braucht keinen Vergleich zu scheuen. Vorn beansprucht lediglich die breite Mittelkonsole etwas Platz für sich, die führigen Sitze lassen sich per Knopfdruck bequem in jede gewünschte Stellung bringen und auch groß gewachsene Fahrer haben vorn wie hinten weder Kopf- noch Knieprobleme. Das Bedienungssystem IDrive sucht man im X3 vergeblich, statt dessen gibt es gegen Aufpreis von 3.000 Euro einen selbsttätig klappbaren Monitor für Bildschirm-Navigation und Bordcomputer. Die bei BMW ansonsten kaum zu toppende Aufpreisliste (trotz serienmäßigem DSC, Front-,Seiten- und Kopfairbags, automatischer Differentialsperre, Bordcomputer, Klimaanlage, Nebellampen, CD-Soundsystem und 17-Zoll-Alufelgen) beinhaltet leider keine Sitzheizung hinten.

Die geteilte Rückbank lässt sich mit einem Handgriff leicht umschlagen, wodurch sich das Ladevolumen auf etwa 1.560 Liter vergrößern lässt. Da stellt dann auch die komplette Skiausrüstung für den Urlaub kein Problem dar. Die maximale Nutzlast des 4,56 Meter langen X3 beträgt etwa 500 kg. In der Grundausstattung kostet der BMW X3 mit dem 2,5 Liter großen und 192 PS starken Sechszylindermotor 38.100 Euro.

Text: Jürgen C. Braun

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