Erste Erfahrungen: Sechszylinder im Mercedes E 350

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Mercedes modernisiert das Motorenangebot für die E-Klasse. Der schon aus den Modellen SLK und CLS bekannte neue Sechszylinder mit 3,5 Litern Hubraum und 272 PS/200 kW löst den 3,2 Liter V6 des E320 ab. Der Neue ist nicht nur um fast 48 PS stärker, er verbraucht auch bis zu 0,7 Litern weniger Kraftstoff auf 100 km. Der neue Motor kommt in der Limousine und im T-Modell zum Einsatz. Die Preise für den E 350 beginnen bei 46.574 Euro für die Limousine und 49.416 Euro für das T-Modell. Das ist jeweils ein Mehrpreis von 1.508 Euro gegenüber dem schwächeren E 320. Zusätzlich bietet Mercedes ein Sportpaket für die E-Klasse an, das ab Frühjahr 2005 unter anderem mit großen 18 Zoll-Felgen zu Aufpreisen von 1.276 Euro bis 2.088 Euro je nach Modell angeboten wird.

Der neue Sechszylinder konnte bislang in allen Modellen überzeugen. Da macht auch die E-Klasse keine Ausnahme. Dabei bietet der Motor nicht nur mehr Sportlichkeit, wie es die relativ hohe Leistungsausbeute suggeriert, sondern auch viel Souveränität. Das maximale Drehmoment von 350 Nm steht ab 2.400 Umdrehungen zur Verfügung. Diese Drehmomentspitze hält das Aggregat bis 5.000 Touren. Damit ist immer reichlich Kraft vorhanden um die E-Klasse in jeder Hinsicht gelassen und eben souverän zu bewegen. Damit klingt der Motor unauffällig, wie es sich für eine Business-Limousine gehört. Erst wenn man volle Leistung abfordert, gibt er sich auch akustisch als potenter Sechszylinder zu erkennen. Im Grunde macht dieser Sechszylinder den größeren E 500 überflüssig, der letztlich nur 30 PS mehr bietet aber die Vorderachse mit mehr Kilos belastet und damit seinen Leistungsvorsprung wieder einbüsst. Zur Charakteristik des Motors passt auch die serienmäßige Siebengang-Automatik 7G-tronic gut, die unspektakulär für jede Fahrsituation die passende Übersetzung auswählt. Mercedes bietet den E 350 auch mit dem 4Matic genannten Allradantrieb an. Dann allerdings in Kombination mit dem bislang verwendeten Fünfgang-Automaten. Mit Allradantrieb beschleunigt der E 350 in 7,1 Sekunden auf 100 km/h. Damit ist der E 350 4Matic 0,2 Sekunden langsamer als sein heckgetriebenes Pendant. Durch das Mehrgewicht steigt auch der Verbrauch von 9,7 auf 9,9 Liter. Das schwerere T-Modell schluckt einen halben Liter mehr und erreicht als Allradler mit 245 km/h nicht ganz die sonst klassenübliche 250er Marke bei der Höchstgeschwindigkeit.

Von dieser Generation der E-Klasse hat Mercedes seit ihrer Markteinführung im März 2002 mehr als 700.000 Einheiten verkauft. Vor allem das T-Modell fand viele Kunden. Gegenüber dem Vorgänger stieg sein Absatz um 46 Prozent. Für die Limousine entscheiden sich 3 Prozent mehr. Fast die Hälfte der Kunden (44 Prozent) wählt einen Sechszylinder, ähnlich viele (45 Prozent) bestellen die Elegance-Ausstattung. So gesehen ist das nun neu aufgelegte Sport-Paket, mit 18 Zoll-Felgen und Breitreifen im Format 265/35 R18 hinten ein Minderheitenangebot, das zwar nett aussieht, aber nicht unbedingt zum elegant, komfortablen Charakter der E-Klasse passt. Außer Breitreifen bietet das Paket unter anderem Seitenschweller, ovale Endrohre, ein Sportfahrwerk und eine direkte abgestimmte Lenkung. Im Interieur kommen unter anderem Pedale aus gebürstetem Edelstahl und ein Sportlenkrad mit Schalttasten zum Einsatz.

Abschied von den Dreiventilern

Mercedes ersetzt Zug um Zug die erst 1997 eingeführten Dreiventilmotoren. Der gerade in der E-Klasse eingeführte Sechszylindermotor mit 3,5 Litern Hubraum und 272 PS ist der Vorreiter einer neuen Vierventil-Motorengeneration, die gegenüber den Dreiventilern mehr Leistung, mehr Drehmoment und weniger Verbrauch bietet. Dieser Motor wird in allen Modellen den bisherigen 320 ersetzen. Die Achtzylinder-Dreiventiler werden mit Einführung der neuen S-Klasse im kommenden Jahr ersetzt. Der 500er V8 wird dann ca. 360 PS leisten und damit den Respektabstand zum Sechszylinder wieder herstellen, der jetzt mit dem neuen 350er Motor auf nur noch 30 PS geschrumpft ist.

Text: Günter Weigel

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