Test-Tour: Focus C-MAX – Der kleine Große von Ford

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Zugegeben, im sogenannten C-Fahrzeug-Segment tummeln sich viele kleine Vans, und Ford hat sich viel Zeit gelassen mit der Einführung seines C-MAX. Doch entgegen der oft geäußerten Meinung bestraft das Leben nicht jeden, der spät kommt. Denn der geräumige Vertreter der Focus-Familie ist ein echtes Schmankerl. Vom Design über den Innenraum bis hin zur Motorleistung stimmt das Paket!

Das Design des C-MAX identifiziert ihn sofort als der Focus-Familie zugehörig. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass das Auto etwas fülliger in den Schultern ist und auch in der Höhe mehr bietet. Gegenüber dem Ur-Focus hat der C-MAX 25 Millimeter mehr Länge beim Radstand, die Spur ist 40 Millimeter breiter. Die niedrige Gürtellinie, die sehr flache Windschutzscheibe und auch der kleine Spoiler an der hinteren Dachkante machen den C-MAX eher zierlich, keine klobigen Van-Stilelemente trüben das Bild. Auch der Innenraum bietet einiges. Um es kurz zu machen: Der Platz im Innenraum stellt auch Sitzriesen zufrieden, auch bei der Kopf- und Kniefreiheit. Besonders angenehm ist der tiefe Fußraum, der auch das Einsteigen herrlich bequem macht. Die Sitze sind bequem und bieten guten Halt auch über längere Strecken sitzt man sehr gut und ermüdungsfrei. Im Kofferraum ist ausreichend Platz und durch die vielfältigen Möglichkeiten, den Innenraum an die Bedürfnisse anzupassen (mehr Passagier- oder mehr Gepäckraum). Leder am Lenkrad und viel Aluminium im gesamten Innenraum wirken gut, die Bedienelemente sind gut erreichbar und übersichtlich angebracht. Der zentrale Punkt in der Mittelkonsole war das Infotainment-System. Zusammen mit Sony Audio hat Ford hier echte Leckerlis verbaut. Das DVD-Navigationssystem funktioniert hervorragend und präzise, die Musik für die lange Autobahnfahrt kommt in bester HiFi-Qualität ans Ohr. Gesteuert wird die gesamte Navi- und Audioanlage per Fingerdruck auf der Oberfläche des Bildschirms per Touchscreen.

Im Testwagen werkelte der 2,0 Liter Duratorq TDCi-Motor. Satte 100 kW/136 PS leistete der moderne Common-Rail-Diesel, bereits bei 2.000 Motortouren liegen 320 Newtonmeter Drehmoment an. Damit wird der C-MAX zu einem agilen, flotten Auto. Über alle Drehzahlenbereiche ist immer genug Vortrieb parat, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h. Dabei ist der Diesel ein sehr zivilisierter Geselle. Leise und elegant geht er zu Werke, im Innenraum bleibt es angenehm leise. Der Preistreiberei an den Tankstellen schlägt das Fahrzeug ein Schnippchen, der Testwagen gab sich mit rund sechs Liter Diesel für 100 Kilometer Fahrstrecke zufrieden. Steuerlich ist man auf der guten Seite, die Abgasnorm EURO 4 ist angepeilt. Dabei hilft der gemeinsam mit PSA entwickelte Rußpartikelfilter, der für die Dieselmotoren der C-MAX-Reihe eingeführt ist. Geschaltet wird mit einem in der Konsole untergebrachten Schaltknüppel mittels eines Sechsgang-Getriebes, gut abgestuft und butterweich zu bedienen. Auch für die Sicherheit ist viel getan worden am Focus-Van. Lenkung und Fahrwerk wurden auf die geänderten Abmessungen hin umfangreich optimiert und vom leistungsfähigen Bremssystem bis hin zu den vielen kleinen elektronischen Helfern ist alles an Bord, was man zur sicheren Fahrt braucht. Zwei Schmankerl seien erwähnt. Bei kurzem Antippen des Blinkerhebels blinkt dieser selbstständig dreimal, also ein klarer Richtungshinweis für die anderen Verkehrsteilnehmer, auch bei blinkfaulen Fahrern. Eine Erleichterung bietet auch die elektronische Feststellbremse, die die traditionelle Handbremse ersetzt. Ein kleiner Hebel in der Mittelkonsole lässt die manuelle Steuerung zu. Automatisch verriegelt die Bremse beim Abschalten des Motors und dem Abziehen des Zündschlüssels, entriegelt wird beim Start des Fahrzeuges.

Unser Fazit: Der Ford Focus C-MAX kommt etwas spät aber gewaltig. Ein feines Auto, gut im Handling. Sparsam im Verbrauch, groß im Platzangebot und stark in den Fahrleistungen.

Die Preise liegen für den 136 PS starken Ford Focus C-MAX mit Sechsganggetriebe und Abgasnorm EURO 4 bei der schon gut ausgestatteten Variante Trend bei 23.750 Euro, für die luxuriöse Version Ghia sind 25.623 Euro auf den Tisch zu legen. Das kombinierte Audio- und Navisystem kostet 3.250 Euro (Trend) oder 2.875 Euro (Ghia).

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