Schicker Schwede sucht solvente Singles: Erste Erfahrungen mit dem neuen Volvo S 40

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Automobilkunden entscheiden sich zunehmend für kleinere Fahrzeuge, ohne dabei Kompromisse eingehen zu wollen weiß Hans Olov Olsson, Vorstandsvorsitzender von Volvo. Der Kunde will auf nichts verzichten, was ihm ein größeres Auto bietet und macht Kompromisse nur beim Platzangebot. Für den jüngsten Volvo, den S 40, lag die Meßlatte der Ingenieure entsprechend hoch, sollten Sicherheit, Qualität Technik und Design doch den größeren Modellen S 60 und S80 nicht nachstehen.

Der Volvo S 40 ist das kleinste Modell der Schweden. Bislang wurde er zusammen mit seinem Schwestermodell Mitusbishi Carisma im holländischen Born produziert. Immerhin 450.000 Einheiten verließen in sieben Jahren die dortige Fertigung. Nach Deutschland kamen nur rund 15.000 der kleinen schwedischen Limousinen. Mit dem gerade vorgestellten neuen S 40 soll das besser werden. Er basiert auf der Plattform des nächsten Ford Focus. Gegenüber seinem Vorgänger wuchs der kleinste Volvo in die Höhe und Breite, dafür ist er, bei längerem Radstand, kürzer als bislang. Der kleine Schwede wirkt kompakt, muskulös und elegant. Die Dachlinie ist die gleiche wie bei seinen größeren Brüder, das Design ist stimmig. Mit einer Länge von 4,47 m platziert sich der S 40 ziemlich genau zwischen Golf und 3er BMW, womit auch schon gesagt ist, wo die Kunden herkommen sollen, die ihr Geld in einen kompakten Premiumwagen investieren wollen. Das schicke Design setzt sich auch im Interieur fort. Hier wagt Volvo eine stilistische Neuheit. Die Mittelkonsole ist quasi frei schwebend im Stile einer Designerstuhllehne gestaltet und mit Tasten und Schaltern garniert, wie sie auch an einer HiFi-Anlage von Bang und Olofson zu finden sein könnten. Sitze, Stoffe und Armaturen sind volvotypisch von solider Qualität und fühlen sich gut an. Vorne findet man viel Platz und hat tatsächlich das Gefühl, in einer großen Limousine der Business-Klasse zu reisen. Dafür hapert es hinten mit Knieraum. Für Kinder reicht der Platz, besonders wenn an den S 40 mit integrierten Kindersitzen ordert. Volvo geht aber davon aus, das der S40 eher von Singles, jungen Paaren und so genannten Empty Nesters bewegt wird, Leuten also, die noch keine Kinder haben oder deren Nachwuchs schon flügge ist. Der Kofferraum fasst 404 Liter, was klassenüblich ist. Zudem ist er glattflächig und eigentlich gut zu beladen. Nur allzu sperrig dürfen die Koffer nicht sein, weil die Klappe nur eine relativ schmale Öffnung freigibt.

Das technische Grundsystem, also Frontantrieb, Fahrwerk und so weiter stammt vom nächsten Focus. Die Motoren kommen aus der Volvo-Palette und ebenfalls vom Focus. Zu ersten Testfahrten standen die beiden Top-Motoren bereit, ein 2,4 Liter Softturbo mit 170 PS und ein 2,5 l Turbo mit 220 PS. Beide sind Fünfzylinder und aus anderen Volvo-Modellen bekannt. Naturgemäß haben Motoren dieser Leistungsklasse mit einem Auto von 1,4 Tonnen leichtes Spiel. Vor allem der große Turbo macht den S 40 zum Spaß-Wagen. Das Fahrwerk ist vorzüglich abgestimmt: nicht zu weich und nicht zu hart, die Kurvenlage tadellos. Im Grenzbereich schiebt der S 40 leicht über die Vorderachse, was sich durch Gaswegnehmen einfach korrigieren lässt. Volvo gibt für diese beide Motoren Verbrauchswerte von 8,5 und 8,7 Litern an. Natürlich ist es unter Ausnutzung der Leistungsreserven erheblich mehr. Zur Markteinführung Anfang kommenden Jahres gibt es auch den ebenfalls von Volvo bekannten 140 PS 5-Zylinder. Etwas später im Frühjahr folgt dann ein Vierzylinder-Diesel mit 136 PS aus dem Ford-Regal sowie ein 120 PS-Benziner. Den eigentlichen Einstiegsmotor, einen 100 PS, 1,6 Liter Motor kann man erst ab Herbst 2004 erwerben. Er wird 20.500 Euro kosten. Die preise für die übrigen Varianten stehen noch nicht fest. Sie liegen etwas über den bisherigen, sind aber, berücksichtigt man die bessere Ausstattung des neun S 40, wohl günstiger. Apropos Ausstattung: Volvo bietet drei Linien an. Die Basis beinhaltet schon eine Klimaanlage und ein CD-Radio. Sicherheitsmäßig ist immer alles an Bord, was derzeit bei den Schweden im Angebot ist. Ab Frühjahr gibt es auch eine Kombi-Version namens V50. Ein Cabrio ist ebenfalls vorgesehen.

Text: Günter Weigel