Dakar: Al-Attiyah am vierten Tag vor Loeb und Sainz

Tag 4 der 44. Dakar-Rallye brachte dem Favoriten Nasser Al-Attiyah (Toyota Gazoo, Hilux) auch seinen insgesamt 44. Dakar-Tagessieg. Noch eine 4: Unter den vier besten Teams des Tages befinden sich vier verschiedene Hersteller. Das sind eben Toyota Gazoo (Al-Attiyah), dann BRX (Loeb), Audi (Sainz) und MINI (Seaidan). Unter den besten 10 zudem sechs Pickups von Toyota.

Die Monsteretappe (707 km) hatte nicht nur 465 Wertungskilometer parat, sondern schockte auch recht früh einige der Mitfavoriten. Der Südafrikaner Henk Lategan, Vortages- Zweiter, bekam Probleme am rechten Hinterrad, musste auf Hilfe warten, wurde von seinen Verfolgern reihenweise überholt. Peterhansel (Audi e-tron) wurde gleich zweimal kurz hintereinander zwangsgestoppt, bei km 89 und 98, bei der Aufholjagd zerbröselte er nach einem Sprung über eine Kuppe einen Stoßdämpfer, musste wieder auf den technischen Service warten. Und die Uhr lief weiter gegen ihn. Nani Roma gab per Funk einen Defekt am rechten Hinterrad durch und musste ebenfalls auf den Service warten. Und Ekström, im Gesamt zwischenzeitlich unter denTop Ten, brachte den dritten Audi e-tron nur auf Platz 26 ins Biwak der saudischen Hauptstadt Riad. Dumas, der auf einem “Ex- Al-Attiyah-Toyota Hilux” ganz gut unterwegs war, ist mit Getriebeschaden schon ganz raus.

Yazeed Al-Rajhi, auf einem Toyota von Overdrive, gilt als einer der stärksten Privatfahrer. Im direkten Tagesduell mit Al-Attiyah signalisierte der Überwachungssatellit eine Überschreitung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit, was mit zwei Minuten Zeitstrafe geahndet wurde…Auch so kann man einen Tagessieg verspielen, wenn man ihn quasi schon vor Augen hat.

Es gab aber auch erfreuliche Ereignisse. Seaidan, wie Al-Rajhi aus Saudi Arabien, brachte seinen MINI auf einen hochwertigen vierten Platz, Przygonski auf dem MINI Buggy auf Rang 8, Marken- und Modellkollege Halpern auf 13. Ganz erstaunlich ist Wladimir Vasilyev aus Russland unterwegs. Lange Jahre bei Sven Quandt im X-raid-Team sehr erfolgreich, dann im Unfrieden weggegangen, dann kaufte er einen MINI der frühen Generation einfach aus dem Bestand, bis er abbrannte. Anschließend legte sich Vasilyev einen Toyota Hilux von Overdrive zu, war damit weniger von Erfolg verwöhnt, kaufte sich aus dem Bestand von X- raid einen betagteren BMW X5, den er hier und jetzt permanent unter die ersten Zehn steuert. So ergibt sich nach einem ereignisreichen, gefühlt ewig langen Tag das aktuelle Bild im Gesamtstand:

  1. Al-Attiyah: Toyota Gazoo
  2. Loeb: BRX Prodrive
  3. Al-Rajhi: Toyota Overdrive
  4. de Villiers: Toyota Gazoo
  5. Alvarez: Toyota Overdrive
  6. Vasilyev: BMW X5
  7. Przygonski: MINI Buggy
  8. Terranova: BRX Prodrive
  9. Halpern: MINI Buggy
  10. Prokop: Ford F150 Raptor DKR

Fotos: BRX Prodrive, Toyota Gazoo, X- raid DPPI

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