Mercedes GLB: Zwischen Familienauto und G-Klasse

Moderne Familienkutsche mit Premium-Attitüde und Nachkomme der G-Klasse: So präsentiert sich der Mercedes GLB mit 224 PS starkem Vierzylinder-Turbobenziner.

Knapp 4,70 Meter lang, optional sieben Sitze, rundum jede Menge Plastik-Planken zum Schutz vor Kratzern oder Steinschlag. Daraus wird schon ersichtlich:  Mit diesem Fahrzeug kann man zwar, soll aber beileibe nicht nur zu Hause im Dorf, in der Stadt oder auf gut ausgebauten Landstraßen oder Autobahnen unterwegs sein. Der Mercedes GLB versteht sich auch als Abenteurer.

Im Innenraum machen sich exorbitanter Radstand und ebensolche Spurbreite zugunsten eines großen und geräumigen Premium-Familientransporters bemerkbar. Die dritte Sitzreihe (zwei versenkbare Einzelsitze für Personen bis 1,68 Meter, 1300 Euro Aufpreis) ist optional. Basis sind zwei Reihen, darunter die zweite mit umklappbaren Rückenlehnen, die man im Verhältnis 40:20:40 teilen kann. Investiert man 400 Euro zusätzlich, kann man diese Sitzreihe um neun Zentimeter nach vorn und um fünf nach hinten verschieben. 

Auf den Einsatz als Outdoor-fähiges Familienfahrzeug weisen auch Isofix-Befestigungen für den Einbau von bis zu vier Kindersitzen hin. Fassungsvermögen und Variabilität des Kofferraums korrespondieren natürlich auch mit der Anzahl der genutzten Sitze. Beim Fünfsitzer stehen zwischen 560 und  1755 Liter Volumen an.

Das Aggregat unseres Testfahrzeugs, ein  GLB 250 4Matic mit eben 224 PS starkem Benziner, 350 maximalem  Nm Drehmoment und Allradantrieb, bedient sich aus zwei Litern Hubraum. Eine Achtgang-Automatik verteilt die Kraft auf beide Hinterräder. Der GLB kann durchaus auch abseits des asphaltierten Geläufs Spaß machen, er äußert keine übertriebenen Wankneigungen, wenn es mit mehreren Personen in ein mögliches Kurvengeschlängel geht. Der hohe Einstieg, die gute Rundumsicht und das Outdoor-Paket zur “optischen Verschärfung” weisen auf den SUV-Charakter hin.

Seine Stärken spielt der Mercedes GLB allerdings als Reisemobil aus, wenn es gilt, lange Strecken mit Komfort und viel Durchzugsvermögen auf der Basis eines breiten Drehmomentbands zu bewältigen. Der Hersteller gibt 7,3 Liter als Verbrauch für 100 Kilometer an. In der Praxis waren es gut zwei Liter mehr. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 236 km/h ist ein interessanter theoretischer Wert, mehr aber auch nicht. 

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