Chery: Europa-Start für 2020 angekündigt

Auf der IAA 2017 stellte der chinesische Hersteller Chery seine Marke Exeed in Form einer SUV-Studie vor. Inzwischen hat man mit dem Bau eines europäischen Designcenters im hessischen Raunheim begonnen und dort auch eine Dependance installiert. Die ist zwar noch klein, soll aber zeigen: Wir meinen es ernst mit unseren Europa-Plänen. Eigentlich müsste Chery die eigene Kompetenz als Autohersteller gar nicht mehr beweisen, ist man doch in China etabliert und spielt in Märkten wie Russland, Indien und auch Südamerika eine relevante Rolle. Nur ins globale Bewusstsein ist man als Autohersteller bislang nicht vorgedrungen. Dazu fehlt ein Auftritt in den USA und nicht zuletzt in Europa.

Dabei soll die selbst definierte Premium-Marke Exeed helfen, mit der man wahrscheinlich 2020 auch hierzulande in den Wettbewerb eintreten will. Neben den üblichen Ansprüchen wie modernes Design oder hochwertige Materialien setzt Chery speziell auf Vernetzung und die Errungenschaften künstlicher Intelligenz und hofft so, Technologien anzubieten, die bei der Konkurrenz eher im Premiumbereich anzutreffen sind. Man will vor allem Käufer ansprechen, die auch im Auto mit dem Internet verbunden sein möchten, während der Fahrt ihre Nachrichten abhören und ihre mobilen Services nutzen. Solange diese Vernetzung funktioniert, spielt das Markenemblem des Fahrzeugs eine geringere Rolle als bislang – so die Interpretation bei Chery.

In China arbeitet Chery in einem Konsortium unter anderem mit dem heimischen Google-Wettbewerber Baidu zusammen. Dabei geht es zum Beispiel um die Integration von Gesichtserkennung in die Online-Kommunikation. So könnten demnächst im Auto die ohnehin vorhandenen Kameras zur Müdigkeitserkennung genutzt werden, um während der Fahrt Bezahlvorgänge durch ein zustimmendes Nicken zu bestätigen. Auf diesem Weg lassen sich nicht nur Parkgebühren online zahlen, sondern zum Beispiel auch komplexe Bestellvorgänge in einem Onlineversandhaus abwickeln, ohne dass man dafür das Auto verlassen muss. Die Kommunikation erfolgt mittels künstlicher Intelligenz verbal, ablesen muss man nichts.

Foto: Matthias Knödler/SP-X