Nissan: Navara-Zukunft mit guten Genen

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Noch im Jahr 2016 wurde der Nissan Navara zum weltweiten Pickup des Jahres gekürt. Da hatte er die anderen Konkurrenten von Toyota, Mitsubishi, Ford, Isuzu und Genossen glatt geschlagen. In der Folgezeit verkaufte er sich in vielen, nicht allen, Ländern besonders gut. Nun steht die nächste Generation vor dem Tor, und da haben die Kollegen aus Südafrika von MotorPress bereits erste Erfahrungen sammeln können.

Erste Erkenntnis: Es ist äußerlich ein typischer Navara geblieben, was die Freunde des erfolgreichen Geländegängers beruhigt. Aber die Veränderungen spielen sich überwiegend unter dem Blech ab, im Antriebs- und Fahrwerksbereich. Er bleibt auch für seine Doppelaufgabe weiterhin bestens gerüstet: Menschen und Lasten unter allen Umständen sicher und pünktlich zum Ziel zu bringen. Die meist georderte Version wird wohl die des Double Cab(in) mit vier Türen und der dennoch großen Ladefläche sein, auf der gute 1.000 Kilogramm verzurrt werden dürfen. Mit 229 Millimetern Bodenfreiheit (Luft unterm Kiel) ist der Navara eh der Pickup mit der serienmäßig größten Bauchfreiheit unter den Midsize-Lastenträgern. Damit bringt er sich schon mal für besondere Aufgaben im schweren Geläuf ins Spiel.

Auch im Antriebsbereich hat sich bei der kompletten Neuausrichtung des Erfolgsmodells Wirksames getan: Eine neue Version des ehemaligen 2,5-Liter-Leichtöl-Kraftwerks schmolz auf 2,3 Liter, gewann aber dafür an Pferdestärken (190 PS/140 kW) und Drehmoment(450 Newtonmeter). Der Erfolg der Nissan-Ingenieure liegt auch darin, aus weniger Hubraum mehr PS und noch mehr Drehmoment generiert zu haben, obgleich der Hubraum verringert wurde. Den Nutzer wird’s freuen. Der (allerdings etwas praxisfremde) angegebene Normverbrauch liegt bei 6,5 Litern, was für eine Reiseleistung von gut und gerne über 1.000 Kilometern reicht, zumal der Tank 80 Liter fasst. Dank sei dem Twin-Turbo-Diesel. Zur dauerhaft angetriebenen Hinterachse kann man per Knopfdruck (nicht mehr mit einem zweiten Schaltstock) auch den Antrieb der Hinterachse zuschalten (während der Fahrt bis 100 km/h). Die fast schon revolutionäre Technik zeigt sich im Bremssystem: Sensoren steuern, gleich in welchem Fahrmodus, auch in der Untersetzung, den Bremseingriff nicht nur vorne und hinten, sondern auch auf beiden Seiten, je nach Untergrund und Fahrgeschwindigkeit. Das hat den großen Vorzug, dass die ganze Fuhre stets richtungsstabil bleibt, also auch nicht ausbrechen kann, wenn der Fahrer einmal heftiger den Anker werfen muss. 3.500 Kilogramm darf der neue Navara an den Haken nehmen, das genügt satt für die angepeilte Klientel aus Farmern, Abenteurern, Bauingenieuren und Grubenexperten. Dass auch eine Berganfahrhilfe neben der Bergabfahrhilfe implantiert ist, gibt dann noch den letzten Sicherheits-Kick. Im Midsize-Format unter den Pickups ist der Nissan somit für die nächsten Jahre bestens aufgestellt.

Text: Frank Nüssel/CineMotQuelle und Fotos: MotorPress /Nissan