Erste Erfahrungen: Honda HR-V

Foto 1
Foto 2
Foto 3
Foto 4

Mit dem neuen HR-V will Honda in der Klasse der kleinen SUV die Karten neu mischen. Er soll Fahrzeugen wie dem Opel Mokka und Nissan Juke das Leben etwas schwerer machen. Der neue HR-V, der keine Gemeinsamkeiten mit dem von 1999 bis 2005 angebotenen HR-V hat, ist eine Symbiose aus Coupe, MPV und SUV und kommt im September zu Preisen ab 19.990 Euro auf den deutschen Markt.

Der 4,29 Meter lange, 2,02 Meter breite und 1,61 Meter hohe Fünfsitzer basiert auf der Plattform des neue Jazz und kommt mit markanten Linien und kraftvollem Design daher. Dank seines Radstands von 2,61 Meter kann sich das Raumangebot – auch im Fond für Personen und Gepäck sehen lassen. Besonderer Wert wurde auf die optimale Raumausnutzung gelegt. Da der Tank unter den Vordersitzen untergebracht ist, ermöglicht das den Einsatz der sogenannten Magic-Seats – aus dem Jazz bereits bekannt. So kann die geteilte Rücksitzbank mit einem Handgriff nicht nur umgelegt werden, sondern auch – wie bei einem Kinosessel – die Sitzfläche im Fond nach oben geklappt werden und damit auch hohe Gegenstände im Fußraum verstaut werden. Das Stauvolumen hinter der Heckklappe schluckt mühelos 453 Liter bei voller Bestuhlung und kann durch Umklappen der Rücksitzbank auf maximal 1.026 Liter erweitert werden. Die umlegbare Beifahrerlehne ermöglicht zudem das Verstauen langer Gegenstände. Die Kopf- und Beinfreiheit auch im Fond ist beachtlich. Außen wie innen ist der HR-V, der in Mexiko gebaut wird, nicht nur schick, sondern auch praktisch. Das Interieur ist klar gegliedert und die Armaturentafel mit seinen Rundinstrumenten präsentiert sich übersichtlich. Alle primären Bedienelemente sind leicht erreichbar angeordnet. Der Qualitätseindruck ist gut, denn auch auf üblen Straßen rund um Lissabon hielt klapper- und knisterfrei alles zusammen, was in Mexiko zusammengefügt wurde.

Für den Vortrieb des HR-V, der hierzulande nur mit Frontantrieb erhältlich ist, sorgen zunächst zwei Vierzylinder-Motoren. Der neue 1,5-Liter-Benzindirekteinspritzer, der in Verbindung mit einer Sechsgang-Schaltung oder einem CVT-Getriebe angeboten wird, leistet 130 PS/96 kW und erreicht sein maximales Drehmoment von 155 Newtonmeter bei 4.600 Umdrehungen. Sein Normverbrauch laut Hersteller liegt bei 5,7 (CVT: 5,4) Liter. Allerdings sollte man bei der Handschalterversion sehr schaltfreudig sein. Bedeutend besser gefallen hat der aus dem Civic bekannte 1,6-Liter-Selbstzünder. Der agile 120 PS/88 kW starke Turbodiesel erreicht sein maximales Drehmoment von 300 Nm bei 2.000 min-1 und entwickelt eine beachtliche Power ohne störendes Leistungsloch. In 10 Sekunden bringt er den Japaner auf Tempo 100, kapituliert erst bei 192 km/h. Er sorgt mit einem Normverbrauch laut Datenblatt 4,1 Liter auch an der Zapfsäule für zufriedene Gesichter. Unser Testverbrauch mit dem leichtfüßigen Diesel lag mit 5,4 Liter etwas höher. Die Preise für den Diesel, der nur mit Sechsgang-Schaltung erhältlich ist, beginnen bei 22.290 Euro. In puncto Fahrverhalten und Federungskomfort ist der HR-V, der in den Ausstattungsstufen Comfort, Elegance und Executive erhältlich ist, überraschend komfortabel. Serienmäßig immer an Bord ist ein City-Notbremsassistent. Spurhalteassistent und Verkehrszeichenerkennung sind je nach Ausstattungsversion serienmäßig. Im ersten vollen Verkaufsjahr erwartet Honda in Deutschland 8.000 Zulassungen.

Text und Fotos: Ute Kernbach