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Der Nissan Leaf gilt im Reigen der Elektro-Mobile, die in den vergangenen Jahren auf den Markt gekommen sind, als eine Art Vorreiter in Sachen Alltagstauglichkeit. Den japanischen Stromer gab es schon, bevor der E-Golf oder auch der BMW i35 mit viel Medien-Nachhall eingeführt wurden. Dem Nissan Leaf wird nachgesagt, dass er – im Rahmen der üblichen Beschränkungen eines solchen Fahrzeugs – mit den höchsten Gebrauchswert für den Alltag hat. Wir fuhren die jetzt überarbeitete Modellgeneration.

Schon seit 2010 wird der 4,45 Meter lange Viertürer, der von Beginn seines Lebenszyklus an als reines Elektroauto konzipiert worden war, gebaut. Seit 2011 wird er in einigen europäischen Ländern verkauft. Bis das Fahrzeug auch nach Deutschland kam, dauerte es noch etwas länger, doch seitdem die Japaner den Leaf nicht nur zu Hause in Oppama, sondern auch im britischen Sunderland bauen, kann auf die Nachfrage in Europa deutlich schneller reagiert werden. Der Leaf soll eine Art Weltauto werden, das für japanische Millionenstädte noch nicht zu groß und für den Rest der Welt in seinen kompakten Ausmaßen noch durchaus akzeptabel ist.

Zunächst zu den Maßen und Werten, die auch von einem Fahrzeug mit konventionellem Antrieb von Bedeutung sind. Im Nissan Leaf können fünf Personen bequem Platz nehmen. Dazu hat er ein Fassungsvermögen von 370 Liter Stauraum. Legt man die Rücksitze um, dann sind es entsprechend mehr. Der Leaf ist mit seiner eigenen, individuellen Form sofort im Kreis der Kompakten zu erkennen. Ein Trend-Auto mit Lifestyle-Charakter wird er in dieser Hülle zwar nicht, aber der Öko-Nissan hebt sich optisch durchaus von der Konkurrenz ab.

Der Preis des Fahrzeugs beträgt 23.790 Euro ohne Batterie. Inklusive Batterie kostet der Stromer ab 26.690 Euro. Alternativ dazu gibt es ein Batterie-Leasing ab 79 Euro pro Monat. Im Prinzip also eine individuelle Rechenaufgabe für jeden betreffenden Kunden. Fest steht, dass der Wagen für eine solche Summe ein rundum gut ausgestattetes Alltagsmobil darstellt, dem allerdings ein antriebstechnisch bedingter Makel anheftet: die (immer noch) geringe Reichweite.

Damit bleibt der Nissan Leaf ein Fahrzeug für kürzere Strecken. Der Hersteller verspricht eine Reichweite von etwa 200 Kilometern abseits der Autobahn, wenn man so viele „Stromfresser“ wie möglich abschaltet und „lernt, mit dem Auto anders um zu gehen.“ Das heiß: Je mehr man seinen Fahrstil den Gegebenheiten anpasst, umso länger kann man die Vorteile der Lithium-Ionen-Batterie ausnutzen. Die bezeichnet Nissan als die „beste Batterie der Welt“. So ist das Fahrzeug an einer Schnell-Ladestation in einer halben Stunde zu 80 Prozent aufgeladen. Für gut 900 Euro gibt es zudem eine Ladebox, die zu Hause installiert werden kann. Dort dauert der Ladevorgang etwa acht Stunden. Die Reichweite berechnet sich auch aus dem individuellen Fahrstil. Mit „Gasfuß, Radio, und Vollklimatisierung kommt man mit dem Nissan Leaf in der Tat nicht allzu weit. Aber der Fahrer sollte lernen, sich an die Gegebenheiten an zu passen. Zur Serienausstattung gehört auch ein sogenanntes Notkabel. Damit kann der Leaf zwar an jede Steckdose. Allerdings dauert der Ladevorgang in diesem Fall bis zu 12 Stunden und mehr – weil aus Sicherheitsgründen nur ganz wenig Strom gezogen wird. In Deutschland arbeitet der Autobauer mit dem Energieversorger RWE zusammen. Der hat inzwischen deutlich mehr als 1.000 öffentliche Ladestationen – hauptsächlich in Ballungsräumen – errichtet. Um diese notwendige Infrastruktur aufzubauen, habe es auch so lange gedauert, bis das Fahrzeug in Deutschland eingeführt werden konnte.

Drei Jahre Garantie und fünf Jahre auf die Batterie gewährt der japanische Autobauer. Zum umfangreichen Angebot an Serienausstattung des Nissan Leaf gehören ein Tempomat, eine Rückfahrkamera und ein Navigationssystem. Zusätzliche Sonderausstattungen sind beispielsweise ein kleines Solarpanel für das Dach, das die 12-Volt-Hilfsbatterie lädt oder Sitz- und Lenkradheizung. Beim Fahren in einer deutschen Großstadt fällt der Nissan Leaf dank seines maximalen Newtonmetern n Drehmomentes von 254 Newtonmetern im Vergleich zu den „Verbrennern“ nicht wirklich ab. So macht „Stromer fahren“ Spaß.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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