Dakar 2013: Überraschungen in jeder Hinsicht

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Die Hauptmeldung aus der ersten Etappe nach dem Ruhetag, der insgesamt 9. Etappe folglich, betrifft den bis dato Tabellen-Zweiten, Nasser Al Attiyah. Der Qatari, der das neue Buggy-Team gegründet und mitfinanziert hatte, wurde an mehreren Stellen der bislang längsten Etappe stehend mit technischen Problemen gesichtet. Das lässt auf größere Probleme schließen, denn auch Marken- und Teamkollege Sainz war ja bereits in der Vorwoche mit seinem Power-Buggy stehen geblieben. Von diesem Pech profitierte natürlich jeder, der hinter Al Attiyah stand. So auch Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz, die seit Anbeginn mit zur schnellen Truppe gehören, seit Tagen bereits den 3. Rang fest belegten und nun direkt hinter dem Führenden, Stéphane Peterhansel/Cottret fahren.Was brachte der Tag sonst? Nani Roma hat sich von den Schrecken der Vortage offensichtlich blendend erholt und Peterhansel ließ es etwas gemächlicher angehen. Roma durfte sich den Tagessieg mit lockeren 4 Minuten Vorsprung gut schreiben lassen. Der dritte Platz, d i e Überraschung!, wurde von Orlando Terranova auf dem X-raid-BMW X3 CC eingefahren. Die Power-Buggies, die anfangs auf den schnellen Etappen für ordentliches Furore sorgten, fallen wieder zurück, aber Robby Gordon auf seinem Riesenschiff kam auf Platz 4 ein und hatte es mal wieder einigen jungen Wilden gezeigt. Die Südafrikaner de Villiers/v. Zitzewitz haben von Anfang an richtig gepokert: Erstmal nur die Abstände nach vorne nicht zu lang werden lassen, dann eliminierten sich etliche vor ihnen Stück für Stück und plötzlich lagen sie tagelang auf Platz 3 im Gesamt. Sie fuhren schnell, hatten keine technischen oder Orientierungs-Probleme, machten kaum Fehler. Taktisch gefahren von Anfang an. Und nun liegen sie auf Platz 2! Kaum vorstellbar (und auch nicht zu hoffen), was geschähe, wenn Peterhansel, der mit knapp 50 Minuten relativ komfortablen Vorsprung hat, ausfallen würde…Das deutsche SAM Team von HS mit Kahle/Dr. Schünemann blies zur Attacke und konnte als versierte Rallyefahrer auf den schnellen Passagen mächtig gut Zeit gewinnen. Am Ende stand ein 9. Tagesrang zu Buche und im Gesamt liegen die Beiden auf Platz 13.
Wie geht es weiter? Von Argentinien geht es nach Chile nun bis zum Ende dieser Woche. Allzu große Angriffe wird es kaum geben, denn ab nun wird auch insgesamt mit mehr Taktik gefahren: ankommen auf jeden Fall. Und das noch möglichst weit vorne.

Text: Frank Nüssel
Bilder: HS-Team/Ch. Fortune/X-raid

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