Frankfurter Buchmesse 2012: Eine Nach-Lese (1)

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Was für eine Mörderquote! Nein, Sie haben sich nicht verlesen: Unter diesem Titel hat Thomas Hermanns einen Mix aus Comedy und Krimi veröffentlicht. Für einen so freundlichen Menschen (den Kollege Matthias Frings schon mal als das fleischgewordene Ja inmitten einer Horde von Pessimisten charakterisierte). Sicher hat er, ohne es so direkt zu beabsichtigen, auch manchem Hype einen Hieb verpasst, der zur diesjährigen Frankfurter Buchmesse zu spüren war. Zumindest am Messedonnerstag schien der juristische Wirbel um Jörg Kachelmanns Überlegungen zum Rechtssystem die bevorstehende Bekanntgabe des Literatur-Nobelpreisträgers am selben Tage deutlich zu übertönen. Auch der Blick in einen anderen Quoten-Hoffnungsträger zeigte dessen Rolle sehr deutlich: Ein ganzes Übersetzer-Team wurde an die deutsche Ausgabe der Terminator-Autobiographie gesetzt. Heißt: Schnell, schnell musste es gehen. Freilich: Ob Erkenntnisse wie jene, dass er wegen seiner Popularität Gouverneur von Kalifornien wurde, wirklich so neu sind, darf bezweifelt werden. Aber – der Name Arnold Schwarzenegger allein sorgte schon für Popularität. Spannender gestaltete sich da das Porträt, das Katja Eichinger über ihren so plötzlich verstorbenen Mann herausbrachte. Bernd Eichinger, dem wir Filme wie den seinerzeit heiß diskutierten Wir Kinder vom Bahnhof Zoo oder die wirklich witzige Komödie Der bewegte Mann verdanken, erscheint hier als Perfektionist und als Mensch mit allerlei Ecken und Kanten. Eine schnell hingeworfene Huldigung der Witwe ist das keineswegs. Und das ist gut so. Und, um noch ein Mal das Thema Quote aufzuwerfen: Wetten, dass…Sie nicht wussten, dass ausgerechnet ein Literaturnobelpreisträger dem Erfinder der erfolgreichsten deutschen Samstagabend-Show gewissermaßen den Weg bereitete? Gerade mal zehn Jahre alt war Frank Elstner, als er 1952 Hermann Hesse kennen lernte, ohne zu wissen, wer dieser damals schon sehr alte Mann eigentlich war. Der Schriftsteller freilich erkannte schon damals das Talent in dem kleinen Steppke. Sechzig Jahre ist das her, und in Frank Elstners (der eigentlich Tim heißt) Erinnerungen erscheint gute Unterhaltung vor allem als eine Mischung aus Arbeit, Disziplin und Spaß an der Sache. Als Wegbereiter eines über dreißig Jahre laufenden abendlichen Dauerbrenners hat er sich damals, 1981, sicher nicht gesehen. Sympathisch, der Mann.

Abschließend sei noch auf einen ganz anderen Wegbereiter hingewiesen: Wenn heute von Knutschkugeln die Rede ist, geht es um Klein(st)wagen mit rundlichen Formen, mit hohem Niedlichfaktor also. Ursprünglich galt diese Bezeichnung einem bestimmten Fahrzeug, das etlichen Nachfolgern den Weg ebnete. Was es damit auf sich hat, beschreibt Halwart Schrader in seinem Büchlein zur BMW Isetta.Mehr von der diesjährigen Frankfurter Buchmesse lesen Sie am Mittwoch (17.10.12) an dieser Stelle.

Bibliographische Angaben:

Thomas Hermanns: Mörderquote. Goldmann Taschenbuch Verlag; 8,99 Euro.

Katja Eichinger: BE. Hoffmann und Campe Verlag; 24,99 Euro.

Frank Elstner: Wetten Spass? Mein Leben, meine Gäste, meine Shows. Herder Verlag; 17,99 Euro.

Halwart Schrader: Isetta & Co. Motorbuch Verlag; 9,95 Euro.

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