CD-Tipp – Zucker: Wer sagt das?

Er war schon über 30, als er seinen Durchbruch als Sänger hatte. Und mit seinem Weg dahin kokettiert Ben Zucker heute durchaus. Es hat ja auch tatsächlich was von einer „vom-Tellerwäscher-zum Millionär-Story“. Immerhin wurden von seinem Debüt-Album bis heute rund 400.000 Exemplare verkauft.

Nun legt er nach, und das nennt sich „Wer sagt das?“ Unverändert geblieben ist Ben Zuckers Markenzeichen – die raue Stimme, die sofort an den verstorbenen Joe Cocker erinnert, auch an den sehr früh verstorbenen Hans Hartz. Die kommt besonders gut zur Geltung, wenn ein Song eher sparsam instrumentiert wird. Ben Zuckers Stimme trägt auch dann souverän. Die ist eine natürliche Gabe, er tut nichts dazu, sie künstlich zu kultivieren, weder mit Bier noch mit Filterlosen noch sonstwie.

So weit, so prima. Allein textlich dreht sich auf „Wer sagt das?“ fast alles um das eine Thema, die Liebe. Und die erscheint hier in allen möglichen Facetten, allerdings betont Ben Zucker sehr deutlich und sehr häufig deren schmerzliche Seite. Aus dem Rahmen fällt der Titelsong, der das Auto als Teil unserer Freiheit ganz speziell behandelt. Beim Hören jedenfalls kann er einen Mini-Roadmovie im Kopf auslösen. Überzogen, schräg, aber auch anrührend. Vielleicht könnte Ben Zucker seine nächste Scheibe in die Richtung bringen – mit zu viel Schmerzen im Herzen würde es auf Dauer langweilig. Und dafür ist Bens Stimme schlicht zu gut und zu schade.

Ben Zucker: Wer sagt das? Air Force 1 (Universal)