IAA Nutzfahrzeuge 2012: Auftakt nach Maß

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Vielfältig, spektakulär und dennoch mit Problemen – in diesem Spannungsfeld bewegen sich derzeit die Hersteller wie Importeure von Transportlösungen und Dienstleistungen. Exakt 1904 (zum Vergleich: 1751 waren es 2010) Austeller präsentieren 533 Welt-, Europa- und Deutschland-Premieren. Dafür stehen auf dem Messegelände ab dem 20. September für Profis wie Interessierte rund 260.000 Quadratmeter oder 11 Prozent mehr Fläche als 2010 zur Verfügung. Die zum zehnten Mal seit 1992 als eigenständige Show durchgeführte Branchenmesse bietet nicht nur einen umfassenden Überblick ihrer Leistungsfähigkeit, sondern stellt sich auch ihren Herausforderungen. Und die sind komplex.

Beispiel: Auf der einen Seite stehen allein in Deutschland fast 1500 meist mittelständische Unternehmen, die sich mit speziellen Auf- und Ausbauten um die besonderen Wünsche und Anforderungen ihrer Kunden kümmern. Rund jedes zweite Nutzfahrzeug, so berichteten die Verantwortlichen von Volkswagen Nutzfahrzeuge, wird entsprechend angepasst. Diesen Markt versucht man mit Kooperationen zu erschließen und weiter auszubauen.

Allerdings gilt es – Herausforderung/Beispiel Nr.2 – für die Anwenderseite entsprechendes Personal zu finden. Fahrer von Nutzfahrzeugen, sprich Trucker, werden nämlich rar. In den nächsten Jahren, so berichteten Branchenexperten am ersten Pressetag, gehen allein in Deutschland rund 30 Prozent von ihnen in den Ruhestand. Hinter dieser Zahl verbergen sich de facto aber rund 150.000 Berufskraftfahrer. Hinzu kommen die bevorstehenden Anforderungen, sprich deren Qualifikationen. Hier müssen bis 2014 entsprechende Schulungen nachgewiesen werden. Und die dafür beliebten Wochenend-Termine werden bereits jetzt knapp berichteten die involvierten Dienstleister.

Thema Nummer eins sind aber die hohen Sprit, sprich Diesel-Preise. Hier berechneten die in der Regel involvierten Zulieferer wie Bosch, nach wie vor mögliche erhebliche Einspar-Potentialen durch den Einsatz von High-Tech. Auch der Einsatz- und die Amortisation von Investitionen in rollwiderstand-optimierte Reifen, Aerodynamik und Kraftstoff-sparende Fahrweise birgt nach Ansicht von den involvierten Experten weitere, bisher nicht genutzte Potentiale, über die bis zum 27. September umfassend berichtet wird bzw. die Gelegenheit besteht sich selbst ein Bild zu machen.

Text und Fotos: Bernhard Schoke

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