Rallye: Hoffungsträger Wiegand und VW machen ernst

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Volkswagen macht ernst bei der ADAC Rallye Deutschland, dem „Heimspiel“ der Wolfsburger in der Rallye-Weltmeisterschaft dieses Jahr. Noch bis zum Sonntagmittag werden sich die besten Rallyepiloten der Welt rund um Trier duellieren. Und vor allem: Volkswagen wird vor geschätzten mehr als 200.000 Zuschauern mitten drin sein und sich vor dem Einstieg in die Rallye-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr entsprechend präsentieren.Deshalb treten die „Wölfe“ zum Jubiläumslauf an der Mosel, der zehnten Auflage der „Deutschland“, erstmals mit drei Fahrerpaarungen bei einem WM-Lauf an. Neben Vorjahressieger Sébastien Ogier und seinem Co. Julien Ingrassia sowie den beiden Norwegern Andreas Mikkelsen und Ola Fløene nimmt auch der deutsche Nachwuchspilot Sepp Wiegand das Volant eines Škoda Fabia Super S2000 in die Hand. An seiner Seite ein ganz erfahrener Mann: Co-Pilot Timo Gottschalk, der Sieger bei der Rallye Dakar 2011.

Mit seinen 21 Jahren ist der gelernte Auto-Mechatroniker aus dem sächsischen Zwönitz einer der hoffnungsvollsten Piloten der deutschen Rallyeszene. Bereits im vergangenen Jahr durfte er für Volkswagen Motorsport die Rallye Großbritannien angehen, wobei er aber vorzeitig aufgeben musste. In diesem Jahr bestreitet das deutsche Doppel Wiegand/Gottschalk mit einem Fabia im Team von Škoda AUTO Deutschland die „Intercontinental Rally Challenge“ (IRC). „Beide fahren bis jetzt in der IRC eine sehr gute Saison, zumal sie Neu-Einsteiger in dieser Serie sind. Deswegen hat sich Sepp auch die Chance verdient, beim WM-Lauf im eigenen Land zu starten“, sagt VW-Motorsportdirektor Jost Capito.

Bei sehr schwierigen Bedingungen – nachts waren heftige Gewitter über die Moselregion niedergegangen – war der deutsche Nachwuchspilot froh darüber, dass „wir die ersten drei Prüfungen gut hinter uns gebracht haben.“ Womit er sicherlich ein wenig untertrieben hatte, denn nur knapp hinter seinen beiden Škoda-Markengefährten Ogier und Mikkelsen lag Wiegand zur Halbzeit des ersten Tages auf Rang 15 und ließ dabei noch einige der leistungsstärkeren World Rallye Cars (WRC) hinter sich. „Sebastien und Andreas fahren aber noch in einer anderen Welt.“

„Ich werde versuchen, hier unbedingt ins Ziel zu kommen und keine unnötigen Risiken einzugehen, aber möglichst dabei viel zu lernen. Mit dem Fahrwerk bin ich noch etwas unzufrieden. Wir wollen versuchen, dort am Set-Up noch etwas zu verändern“, blickte der gelernte „Schrauber“ den beiden noch folgenden Rallyetagen am Freitag Nachmittag entgegen. „Es macht auf jeden Fall riesigen Spaß, hier vor so vielen Fans zu fahren. Aber Rallye fahren macht eigentlich immer Spaß.“

Dass die Messlatte für ihn als Teamkollege von Ogier und Mikkelsen („Das sind zwei der besten Rallyefahrer der Welt.“) sehr hoch liegt, möchte der Sieger des ADAC Rallye Junior Cups des vergangenen Jahres nicht verhehlen. „Von den beiden kann ich mir sicher noch den einen oder anderen guten Tipp abholen. Ich denke, wir werden einen guten Mittelweg finden müssen, um das Material nicht zu sehr zu beanspruchen und dennoch möglichst schnell zu sein.“

Text: Jürgen C. Braun / Fotos: Volkswagen Motorsport

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