Weltmeisterliche Nostalgie in der Eifel

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Rallye-Nostalgie pur und eine Ansammlung von Weltklasse-Piloten und Zeitzeugen einer glorreichen Vergangenheit, wie es sie bisher noch nie gegeben hat: Das bietet das „Eifel Rallye Festival“, das von Donnerstag (26.) bis Samstag (28.) dieser Woche in der Kreisstadt Daun in der Vulkaneifel ausgetragen wird. Am äußersten westlichen Rand der Republik messen sich an drei Tagen die einstmals besten Piloten der Welt auf mehr als 120 originalgetreuen Rallye-Boliden aus fünf Jahrzehnten Rallye-Geschichte auf abgesteckten Wertungsprüfungen rund um die Stadt Daun, die über lange Jahre auch Gastgeber von Läufen zur Deutschen Rallyemeisterschaft war.
Die Teilnehmerliste liest sich wie das „Who is Who“ der Rallye-Weltmeisterschaft der vergangenen Jahrzehnte. Schirmherr des dreitägigen Festivals ist Deutschlands Rallye-Legende Walter Röhrl. Der Doppel-Weltmeister und zweifache „Monte“-Sieger ist aber nicht der einzige Titel-dekorierte Champion früherer Jahre und Jahrzehnte. Auch die ehemaligen Weltmeister Hannu Mikkola, Stig Blomqvist, und Björn Waldegaard, Ex-Europameister Armin Schwarz, viele ehemalige Deutsche Meister wie Sepp Haider oder Harald Demuth werden auf Fahrzeugen ihr Können demonstrieren, die allesamt Rallye-Geschichte geschrieben haben und im „naturgetreuen Zustand“ in der Eifel wieder anrollen werden. Röhrl wird in der Eifel unter anderem einen Opel Ascona aus den Anfängen seiner beispiellosen Karriere pilotieren.

Ganz besonders im Fokus der vielen Fans wird nach der Premiere im vergangenen Jahr dieses Mal ein 'Safari Special' stehen. „Vor zehn Jahren zählte die Safari-Rallye in Kenia letztmals zur Rallye-Weltmeisterschaft, erklärt Organisationsleiter Peter Schlömer (Daun). „An diese ganz spezielle Rallye mit ihren besonderen Anforderungen an Fahrzeuge und Piloten möchten wir beim Eifel Rallye Festival erinnern. Über 20 Original-Autos aus der Geschichte der „Safari“, wie sie in Rallye-Kreisen seit Jahrzehnten genannt wird, werden in der Eifel am Start sein. Vor allem der Name des Inders Shekhar Mehta, der die Safari-Rallye in den 1970er und 1980er Jahren vier Mal in Folge auf Datsun und Nissan gewinnen konnte, hat die einstmals härteste Rallye der Welt in die Geschichtsbücher eingehen lassen.

Bei dieser weltweit einzigartigen Veranstaltung wird der einzige Porsche, der jemals eine Safari Rallye gewonnen hat, live zu sehen sein. Ex-Weltmeister Björn Waldegaard kehrt in sein Originalauto von der Classic-Safari 2011 zurück, wo der Schwede eindrucksvoll zeigte, dass er längst nicht zum alten Eisen gehört. Am Steuer wechselt er sich mit Francis Tuthill ab, dessen Firma Tuthill Porsche den 911 speziell für die Safari aufgebaut hat. Seit 2003 wird eine historische Safari-Rallye im Zweijahres-Rhythmus ausgetragen. Im vergangenen November gewann Björn Waldegaard mit seinem Sohn Mathias auf dem „heißen Sitz“ des Co-Piloten auf einem Porsche Carrera 911 RS. Der kenianische Rallyepilot Mike Kerkland wird eigens zu dieser Veranstaltung in die Eifel anreisen.

Damit sowohl Fahrer wie Fahrzeuge in der Eifel auch ihrem eigentlichen Verwendungszweck zugeführt werden, gibt es am Freitagnachmittag die neue BOSCH Super Stage. Dabei handelt es sich um einen spektakulären Rundkurs auf Schotter mit einer Wasserdurchfahrt, einer speziellen Drift-Kurve und einer weit tragenden Sprungkuppe. Rallye-Faszination pur. Fast von jedem Zuschauerpunkt kann man zwei Kilometer der Strecke einsehen, eine Natur-Tribüne sorgt für optimale Bedingungen. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Veranstalter an drei Tagen etwa 30.000 Besucher registriert. Mit einem ähnlichen Aufkommen wird auch in diesem Jahr gerechnet.

Weitere Informationen, auch über Anreise, Übernachtungsmöglichkeiten usw. gibt es unter www.eifel-rallyefestival.de.

Text: Jürgen C. Braun
Fotos Oliver Kleinz

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