Erste Erfahrungen: Toyota Land Cruiser (V8 Diesel) 2012

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Vor knapp zwei Jahren fuhren wir bereits einmal den größten Toyota aus der Land Cruiser-Familie (www.kues.de vom 18.07.2010). Er überzeugte uns in Leistung, Qualität, Komfort und Gesamtverarbeitung. Nun wurde er sichtbar modernisiert, bekam eine neue, etwas wertigere Front, einige Fältchen wurden geliftet. Auch am 4,5-Liter V8-Diesel-Kraftwerk fanden die Techniker noch etwas Leistungsspielraum: Die PS-Zahl wurde um (nur) 6 von 286 auf 272 angehoben, das Drehmoment von 650 Newtonmetern blieb bestehen. Da die Fahrleistungen (Fahrbericht wird im Frühsommer an dieser Stelle nachgereicht) sich wohl kaum merklich verändert haben dürften, darf die Frage erlaubt sein, warum überhaupt etwas am Motor verändert wurde, da ja bekanntlich gerade in dieser Premiumklasse das Drehmoment das (fast) alles Entscheidende darstellt. Zumal nun die Euro-5-Zertifizierung (mit Partikelfilter) innewohnt. Das Indiz Kraft wird nun mal aus dem Drehmoment erwirtschaftet, gerade, weil der Diesel Drehzahlen wie ein Benziner verabscheut.

Worin bestehen nun die avisierten großen Änderungen? Sie sind überwiegend noch mehr Feinschliff und angereicherter Elektronik zuzuschreiben, was noch mehr Fahrkomfort, Eleganz und Luxus generiert. Zudem wird dem Kraftwerk eine nun 6-stufige Automatik angedockt (die Konkurrenz aus deutschen und britischen Gefilden hat sogar 7- und 8-stufige Wandler im Angebot), die ihrerseits gekoppelt ist mit 5-stufigem geländeabhängigem Geschwindigkeits-Regelsystem: Im steilen Geläuf bergab oder bergauf geht es automatisch in Schritt-Tempo nach vorne. Sogar bei absolutem Festfahren soll es dem Fahrer die Flucht nach vorne erfolgreich anzutreten ermöglichen. Ebenfalls komplettes Debüt für den Wende-Assistenten: Dabei wird das Hinterrad, das in die gewählte Fahrtrichtung des Land Cruiser weist, innen abgebremst, das heißt, dass das äußere Hinterrad den Vortrieb übernimmt. Dadurch werden besonders enge Ecken ohne Schweißperlen auf der Oberlippe locker bewältigt. Das ist im Übrigen die Kurven-Fahrtechnik von Ketten angetriebenen Fahrzeugen (Panzern etc.). Toyota geht da vollkommen neue Wege. Nur: Die Klientel, die sich für den großen LC entscheidet, wird kaum in die Bredouille geraten, jemals auf dieses System zugreifen zu müssen. Schließlich ist der Land Cruiser von Toyota selbst mal als Groß-SUV betitelt worden. Zwar mit allen guten Genen eines Offroaders gesegnet, aber doch mehr konzipiert für das zügige, erholsame und komfortable Langstreckenreisen bei jeder Art von Witterung. Und genau hier setzt Toyota die neuen Technologie-Highlights. Elektromotorisch in allen Richtungen verstellbare, beheizte oder gekühlt-belüftete Leder-Fauteuils, perforiert, aber doch ein bisschen rutschig in Kurven. Ein Multifunktions-Touchscreen-Monitor, der fast die Größe eines Fernsehers aufweist (8 Zoll!), mit dessen Hilfe die wichtigsten Klimatisierungs-, Audio- und Navigationshilfen angewählt und gesteuert werden können. Ab Werk gibt es einen DAB/DAB+ Tuner, eine SMS- und eMail-Funktion, Bluetooth-Schnittstelle. Zudem wird der Zugriff auf das Google Local Search-System zur weltgrößten und aktuellsten Datenbank angeboten. Wir beenden hier mal für's Erste das Angebotsprogramm, der Platz reicht einfach nicht. Wer sich für den großen Land Cruiser entscheidet, erwirbt damit ein riesiges Multi-Tool: Großraum-Luxusliner mit ICE-Charakter, rollendes Hightech-Büro, Spielhalle, Konzertsaal und, ja, wir hätten es beinahe vergessen: ein exzellentes Offroad-Gerät, das alles hat und zeigt, was derzeit in der 4×4-Premiumklasse denk- und machbar ist. Ab 74.500,- Euro beginnt die Preisliste, die in der Executive-Ausstattung noch mal etliche Riesen mehr verlangt. Ab 21. April steht er in den Showrooms der Händler.

Text: Frank Nüssel/CineMot
Fotos: Toyota

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