Glatteis-Kamera: Von Bienen und Krebsen lernen

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Bisher bemerkt auch das intelligenteste Auto eine vereiste Straße erst, wenn es schon fast zu spät ist. Dank einer neuen Kameratechnik könnte sich das künftig ändern.

Eine vom Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen entwickelte Sensorik registriert die Schwingungsrichtung von Lichtwellen und kann so etwa die unterschiedlichen Eigenschaften eines Straßenbelags erkennen. Auch Bienen und verschiedene Krebsarten nutzen diese sogenannte Polarisation zur verbesserten Kontrasterkennung. Für Menschen hingegen ist polarisiertes Licht nicht wahrnehmbar.

Polarisationskameras werden in der Wissenschaft zwar bereits genutzt, sind jedoch sehr groß und teuer. Die Version des Fraunhofer Instituts hingegen ist ein Würfel von nur rund fünf Zentimetern Kantenlänge und kann somit auch im Auto zum Einsatz kommen. Dort soll die Kamera künftig etwa trockene von nassen und vereisten Fahrbahnen unterscheiden.

Bisher ist das nicht möglich. Glatteisgefahr erkennt der Fahrer lediglich über den Temperatursensor seines Autos. Das Fahrzeug selbst kann auf eine rutschige Asphaltoberfläche erst beim Durchdrehen einzelner Räder durch kontrollierte Bremseingriffe reagieren. Die Polarisations-Kamera könnte daher als eine Art bordeigenes Vorwarnsystem für Glatteis die Verkehrssicherheit erhöhen. Bevor sie eingesetzt wird, müssen laut dem Fraunhofer Institut jedoch noch einige technische Probleme gelöst werden.

Text und Foto: Spot Press Services/Holger Holzer

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