Erste Erfahrungen: Honda Jazz Hybrid

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Bei der Entwicklung von Hybriden, also Fahrzeugen, die von zwei verschiedenen Energiequellen angetrieben und gespeist werden, waren die japanischen Hersteller schon federführend, lange bevor diese Technik von den deutschen Herstellern erforscht und Einzug in ihre Modellpalette gehalten hatte. Honda und Toyota sind Vorreiter eines Trends, der sich inzwischen nicht mehr aufhalten lässt: Fahrzeuge, die mit Verbrennungsmotoren, unterstützt von Elektromotoren, gespeist werden, haben längst – wenn auch noch verhalten – ihren Siegeszug angetreten.

Bereits in den letzten Jahren des vergangenen Jahrhunderts baute Honda in Leichtbauweise ein aus Aluminium gefertigtes Fahrzeug her, das von einem Dreizylindermotor beatmet wurde. Diesen trieb beim Beschleunigen ein zusätzlicher Elektromotor an. Der „Honda Insight“ war Ende der 90er Jahre das erste weltweit in Serie gebaute Auto, das auf dieser Technik beruhte. Inzwischen haben etliche Hersteller nachgezogen. Der mitunter platzraubenden Technik zufolge meist in Fahrzeugen der Mittel- und Oberklasse. Toyota beispielsweise hat diesem Trend Rechnung getragen und seine Hybriden vorzugsweise in Modellreihen der exklusiven Tochter Lexus eingebaut.

Honda geht jetzt den umgekehrten Weg. Mit dem Honda Jazz Hybrid, den es aber auch nach wie vor auch ausschließlich mit konventionellem Verbrennungsmotor geben wird, zieht der Doppelmotor erstmals in die Kompaktwagenklasse ein. Der Honda Jazz ist ein Fahrzeug, das vor allem wegen seines großen, individuellen Raumangebotes zu den Bestsellern des japanischen Herstellers auf dem deutschen Markt gehört. Etwa 12.000 Jazz hat Honda im vergangenen Jahr gegen die nicht eben kleine Konkurrenz auf diesem Sektor bei uns abgesetzt.

Jetzt bieten die Japaner den Kleinwagen auch als Hybridmodell an. Das erste seiner Art in diesem hart umkämpften Marktsegment. Der kombinierte Motor unter der Fronthaube arbeitet bereits seit etwa zwei Jahren im Insight. Als reiner Verbrennungsmotor ohne elektrischen Support werkelt das Triebwerk mit seinen 1.339 Kubikzentimeter Hubraum auch in den Modellreihen Civic und im konventionellen Jazz. In Zusammenarbeit mit dem Elektromotor geht er sowohl beim Insight wie auch im Jazz unter dem Kürzel IMA als „mild Hybride“ durch. Das bedeutet, dass der Elektromotor den Verbrennungsmotor zwar da unterstützt wo es nötig ist. Alleine antreiben kann er das Auto aber nicht. Das sogenannte „Segeln“, also rein elektrisch durch die Innenstadt fahren, geht also nicht.

Zur Leistung von 88 PS, die der Vierzylinder erzeugt, kommen noch einmal weitere 14 PS hinzu, die der Elektromotor generiert. Was allerdings in der Summe keine 104 PS ergibt, denn so einfach addieren lassen sich diese Werte nicht. Dennoch steht als Summe eine Systemleistung von insgesamt 98 PS sowie ein maximales Drehmoment von 167 Newtonmeter zur Verfügung. Glaubt man den Honda-Leuten, dann reicht das, um den Hybrid-Jazz innerhalb von 12,1 Sekunden von Null auf Tempo 100 zu beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 175 km/h angegeben.

Relativ geräuschlose Spurtmerkmale sind allerdings nicht gerade die Attribute des Honda Jazz Hybrid. Ausschlaggebend dafür ist allerdings weniger das Motoren-Duo, sondern das stufenlose CVT-Automatikgetriebe, zu dem Honda wieder zurückgekehrt ist. Mit Handschalter, wie beim sportlichen CR-Z praktiziert, ließe sich das sicherlich kommoder bewerkstelligen.

Ansonsten fällt der kleine Asiat mit dem doppelten Motor gegenüber dem ausschließlich mit Verbrennungsmotor angetriebenen Modell kaum auf. Eine Anzeige im Tacho signalisiert, welches Aggregat gerade den Vortrieb liefert. Das durchdachte pfiffige Raumkonzept hat beim Jazz Hybrid ohne Abstriche nicht gelitten. Lediglich die mitzuführende Batterie hat ein wenig am Laderaum geknabbert. Sie wurde in einer bisher als Stauraum genutzten Mulde unter dem Boden des Kofferraums untergebracht. Daher stehen beim Hybrid-Jazz nur noch 332 statt 428 Liter zur Verfügung. Bei umgeklappten Sitzen heißt es 1.323 statt 1.384 Liter.

Der Basispreis für den Honda Jazz Hybrid beträgt 18.900 Euro. Das sind genau 2.160 Euro mehr als beim Benziner, allerdings „schluckt“ auch das automatische CVT-Getriebe schon 1.100 Euro.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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