Erste Erfahrungen: Mazda MX-5 Kaminari

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Wäre er kein Modell aus dem fernen Osten, sondern eines, das in einer niedersächsischen Provinzstadt hergestellt wird, dann wäre man versucht, zu sagen: Er fährt und fährt und fährt. So aber bleibt dem geneigten Betrachter nur übrig, immer wieder staunend zu konstatieren, dass sich der Mazda MX-5, eigentlich von Konzeption und Anmutung her das Urbild des klassischen englischen Roadsters, seit mehr als zwei Jahrzehnten immer wieder selbst davon fährt und sich dennoch nicht einkriegen mag. Es ist seit mittlerweile 1989 eine endlose Erfolgsgeschichte eines kühnen Fahrzeugtypus, das damals hierzulande in eine Nische ebenso verwöhnter wie verwunderter Auto-Enthusiasten stieß und sich dort schließlich als Urahn niederließ.

Kürzlich lief das 900.000 Exemplar des rassigen Zweisitzers vom Band und noch ist kein Ende oder der Produktionsstopp eines Fahrzeugs ab zu sehen, das zwar in dieser langen Zeit immer wieder um Nuancen verändert wurde, sich selbst aber dennoch treu blieb. Was den MX-5 seit seinem plötzlichen Erscheinen auf dem Markt ausmacht, das ist sein absoluter Purismus. Sein durch die tiefe Position fast schon fühlbarer Kontakt zur Straße, und die ungefilterte Rückmeldung des Lenkrads, die dem Fahrer das untrügliche Gefühl vermittelt: „Hier fahre ich selbst, hier werde ich nicht gefahren.“

In diesen Tagen legt Mazda ein Sondermodell des MX-5 auf, dessen Name nur scheinbar eine Zielvorgabe signalisiert, die dem erfolgreichsten Roadster der Geschichte immer fremd war. „Kaminari“ heißt diese Auflage des klassischen Frischluftmobils für zwei Personen. Übersetzt bedeutet das soviel wie „Donnerhall“. Eine Namensgebung, aus der man eigentlich schließen könnte, dass dieser MX-5 so eine Art Supersportwagen seiner Gattung sein soll, was indes nicht zutrifft.

Ganz im Gegenteil, die limitierte Edition wird sogar ausschließlich mit einem kleinen Triebwerk angeboten. In dem 1,8 Liter großen Benzinmotor werkeln 126 PS, die dem knuffigen Winzling jedoch durchaus genügen. Im Allgemeinen werden Sondermodelle eines bestimmten Fahrzeugtyps dann aufgelegt, wenn diesem zum Ende des Lebenszyklus noch einmal ein wenig frischer Wind verpasst werden und das Interesse beim Kunden durch Vorzugspreise noch einmal geweckt werden soll. In diesem Falle ist derlei Ansinnen jedoch weit gefehlt. Er ist einfach nur ein zusätzliches Angebot.

Der Mazda MX-5 Kaminari basiert auf der Ausstattung „Centerline“ und kann mit Stoff- oder Metalldach geordert werden. Zum Leistungsumfang gehören graue Ledersitze inklusive Sitzheizung sowie eine Alu-Pedalerie. Optisch unterscheidet er sich von den „Normalos“ durch drei neue, etwas gedeckte Sonderfarben, durch 17-Zoll-Räder und Chrom-Applikationen am Kühlergrill. Eine Strebe zwischen den beiden Federdomen sorgt zudem für eine etwas höhere Karosseriesteifigkeit. Der limitierte MX-5 kostet ab 23.490 Euro (Metalldach 25.090 Euro) und bietet laut Hersteller einen Kundenvorteil von 1.300 Euro. Sein großer Vorteil: Als erschwinglicher und kompakter Roadster ist er heute genau wie vor fast einem viertel Jahrhundert konkurrenzlos.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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