Test-Tour: Hyundai ix35 2,0 CRDI

Foto 1
Foto 2
Foto 3
Foto 4

Es fällt auch Menschen, die sich gerne und mit Vorliebe mit dem Automobil beschäftigen, bei den so genannten SUV’s, also den sportlichen, geländetauglichen Fahrzeugen, schwer, den Überblick nicht zu verlieren. Das „Sport Utility Vehicle“ ist so eine Art Chamäleon, dessen optischer Auftritt sich in Bezug auf Länge, Höhe, Breite und auch in Sachen Einsatzmöglichkeiten von Hersteller zu Hersteller ändert. Und da mittlerweile kaum noch ein renommierter Autobauer am Angebot eines solchen Fahrzeugs vorbei kommt, wird die Liste der Probanden immer größer und mitunter auch verwirrender. Hyundai hat im Zuge der Neuordnung seiner Namensstruktur aus dem Nachfolger des bewährten Tucson jetzt nicht nur einen „ix35“ gemacht, sondern dem Fahrzeug auch gleich noch eine neue Alltagsphilosophie mit auf den Weg gegeben.

Der Neue firmiert – so will es die Firmensprache – als „City-Roader“. Was auf gut deutsch nichts anderes bedeutet, als dass das Fahrzeug eigentlich hauptsächlich für den Gebrauch in der Stadt bestimmt ist, sich aber auch nicht „beschwert“, wenn man sich mit ihm abseits asphaltierter Pfade begibt. Vor allem dann, wenn das Auto, so wie unser Testfahrzeug mit Allradantrieb (es gibt auch reine Fronttriebler), ausgerüstet ist. Für den Vortrieb sorgte in unserem Fall ein 136 PS starkes, zwei Liter großes Dieselaggregat, das für den im vergangenen Jahr neu eingeführten Wagen im Hyundai-Entwicklungszentrum in Rüsselsheim entwickelt wurde.

Der ix35 hat mit dem kantigen und mitunter etwas klobig wirkenden Auftritt seines Vorgängers gebrochen. Er trägt nun ein Gesicht zu Markte, das ihm äußerst vorteilhaft steht. Zwar immer noch wuchtig wirkend, aber angenehm proportioniert und geglättet macht der Hyundai-SUV einen sportlichen und kraftvollen Eindruck. Er besticht dennoch durch klare Formen und weist keine verspielten Filigranarbeiten an der Karosserie auf. So sieht einer aus, der sagen will: „Komm und steig ein. Ich fahr mit Dir, wohin Du willst.“ Mit 4,41 Metern ist er im Vergleich zum Tucson länger, mit 1,82 Metern breiter und mit 1,67 Metern flacher als der Vorgänger geworden.

Zum Wettbewerbsumfeld gehören Modelle wie der Ford Kuga, der VW Tiguan oder auch der X1 aus dem Hause BMW. Konkurrenten, denen sich der ix35 durchaus stellen kann, denn sowohl die technische Basis, als auch die Ausstattung und die Verarbeitung des Fahrzeugs sind hochwertig. Von Billigambiente kann weder bei der gut aufgeräumten und leicht ablesbaren Armaturentafel noch im gesamten Interieur keine Rede (mehr) sein. Die Koreaner haben sich seit ihrem ersten Auftritt hierzulande vor 20 Jahren auf der Palette der Anbieter in Sachen Anmutung, Haptik, und Ausstattung kontinuierlich nach oben gearbeitet.

Die Sitze bieten eine gute Seitenführung, sind kein „Sofa“, und auch der Platz ist für alle Reisenden angemessen und nicht beengend. Was gerade bei Asiaten, die eher an die Mobilität nicht übermäßig groß gewachsener Menschen gewohnt sind, schon etwas bedeutet. Daher macht sich wohl auch die Tatsache bemerkbar, dass der neue SUV vollständig in Europa entwickelt wurde. Mit einem Griff sind die Rücksitzlehnen umgelegt, dadurch wird die möglich Zuladung auf 1436 Liter erweitert. Allerdings entsteht keine komplett ebene Ladefläche.

Mit seinen 136 PS, die bei 4000 Umdrehungen anliegen, ist der ix35 durchaus zufrieden stellend motorisiert. Nur im unteren Drehzahlbereich fehlt dem Triebwerk etwas die Durchzugskraft. Hyundai hat noch einen zweiten Selbstzünder mit 184 PS im Angebot, mit dem sich das Fahrzeug in diesen Bereichen etwas leichter tun würde. Immerhin sind mehr als 1.700 Kilo an Leergewicht zu bewegen und die Höchstzuladung beträgt 540 Kilo. Die Schaltpunktanzeige im Blickfeld des Fahrers sorgt dafür, dass die manuelle Sechsgang-Schaltung ökonomisch sinnvoll betätigt wird. Wir kamen auf einen Verbrauch von 6,3 Liter Dieselkraftstoff auf 100 Kilometer, (Herstellerangaben 5,7) ohne dass wir versucht hätten, uns der angegebenen Höchstgeschwindigkeit von 181 km/h auch nur andeutungsweise zu nähern.

Abseits der Asphaltpiste machte der SUV im tiefen Matsch des Hunsrücker-Restwinters einen zuverlässigen und ansprechenden Eindruck. 170 Zentimeter Bodenfreiheit, eine Wattiefe von 50 Zentimetern, ein Kippwinkel von 45 Grad sowie eine Berganfahrhilfe (HAC) und eine Bergabfahrtkontrolle (DBC, acht km/h) sind nützliche Ausstattungsdetails für das kleine Abenteuer auf vier Rädern. A propos Ausstattung: Schon zur Basisversion gehören neben Leichtmetallfelgen, eine CD-Audio- und sowie eine Klimaanlage, Bluetooth und beheizbare Außenspiegel. Unser Testwagen war mit der mittleren Variante „Style“ ausgestattet. Sie beinhaltet unter Sitze mit Stoff-/Lederbezug, Sitzheizung vorne und hinten sowie eine Klimaautomatik und einen Lichtsensor. Erstmals bei Hyundai kann man auch das Einparken dem automatischen „Smart Park Assist System“ überlassen. Zur serienmäßigen Sicherheitsausstattung des Fahrzeugs gehören Front-, Seiten und Vorhangairbags und ein ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung sowie das Schleuderschutzsystem ESP.

Mit 28.390 Euro bieten die Koreaner für das Fahrzeug in dieser Ausstattung gegenüber der vergleichbaren Konkurrenz einen attraktiven preislichen Rahmen.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

Scroll to Top