Rallye Dakar 2011: Finale furioso und andante

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Kaum ging es aus den Anden ostwärts in Richtung Cordoba, setzte Regen die Wertungsstrecken unter Wasser. Wo vorher sackweise der Staub sein Unwesen trieb, fanden die Fahrer nun knietiefen Matsch vor. Kollege Emporio Mendoza berichtet live: Die Veranstalter trafen an diesem vorletzten Tag der Dakar keine besonders intelligente Entscheidung, als sie die Race-Trucks als erste in den Parcours ließen, denen dann die Motorradfahrer und die Autos folgten. Das waren dann die Leidtragenden, denn die Pampe wurde immer tiefer und zäher. Wer keinen Allradantrieb hatte, war verloren oder musste weite Umwege fahren, verpasste dabei dann die Kontrollstellen und wurde zu stundenlangen Strafzeiten verdonnert. Fair Play konnte man das nicht mehr nennen. Es war ein Amphibien-Rennen geworden. Andererseits war jedem Insider klar, dass die Hackordnung in Richtung Endziel auch nicht mehr besonders aufgemischt werden sollte: Man fuhr auf Ankommen, auf Platz-Absicherung. Wer es bis hierher geschafft hatte, wollte nur noch in Wertung ankommen. Der satte Vorsprung, den Al-Attiyah auf dem Touareg gegenüber Sainz und den anderen heraus gefahren hatte, reichte komfortabel. Er hatte sogar den Großmut, seine Teamkollegen nach vorne zu lassen, ohne den Endsieg zu verlieren. Peterhansel (BMW X3 CC), während der ganzen Zeit schon durch inzwischen unzählige Reifenschäden von Tag zu Tag weiter zurückgeworfen, nistete sich auf dem undankbaren 4.Platz ein, war natürlich vom Ergebnis nicht begeistert, hatte aber das Beste aus den Pannen gemacht. Schließlich sind 20 Minuten Rückstand auf einen 3.Platz bei einer nur noch 18o km langen letzten Prüfung nicht mehr wett zu machen. Vaja con Dios, mein Freund, aus Argentinien.

Sainz gewann die letzte Etappe und der X-Raid-Privatier Holowczyc trieb seinen BMW noch auf einen 3. Tagesplatz und damit sich selbst aufs Podium. In der Endabrechnung also ein erneuter 3-fach Sieg der Wolfsburger, die Plätze 4, 5, 7 und 20 durch die verbliebene X-Raid-Armada, die doch 3 ihrer Renner eingebüßt hatte. Sven Quandt, Teamchef, leicht säuerlich-gelassen: Wir haben mal wieder einiges gelernt und nehmen es mit, um 2012 noch stärker wieder zu kommen. Das ist doch auch eine Bilanz.

Text: Frank Nüssel/E. Mendoza
Bilder: Neil Perkins

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