SUV: Die neuen können mehr

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Außer Ferrari und Aston Martin haben wohl inzwischen alle Automobilhersteller mindestens ein SUV (Geländewagen-ähnlicher Familien-Van) in ihrem Angebot. Einige davon bereits in der zweiten oder gar dritten Generation. Zeigten sich in den frühen Anfängen der SUV-Bewegung (vor etwa 8-10 Jahren) diese Fahrzeuge sogar auf Asphalt ziemlich steif und bockig, wenn es um die Ecken ging, sind diese Mankos heute ausgemerzt. Die Antriebstechnik wurde spürbar verbessert, wobei kein SUV mehr ohne elektronische Steuerungen zwischen Motor und Antriebsstrang auskommt. Aber es funktioniert. Die heutige SUV-Generation beweist dies nachhaltig. Und kaum woanders als bei Schulungen, Lehrgängen und öffentlichen Spektakeln zeigen sich die hohen Belastbarkeiten mehr und auffälliger. Dort wird bis knapp an die Grenzen der physikalischen Gesetze demonstriert, was ein SUV der heutigen Generation zu leisten vermag. Viel mehr, als im öffentlichen Verkehr oder auch im offenen Gelände verlangt wird.Zumeist sind es in der Basis Fronttriebler, die per elektronischer Sensoren und Stellglieder bei auftretendem Schlupf, also bei Verlust der Reibung zwischen Reifen und Fahrbahn, die zweite Achse als zusätzliche Antriebsquelle nutzen. In den meisten heutigen SUV's kann man das Programm per rundem Stellrad am Armaturenträger bequem wählen: Offenes Mitteldifferenzial und nur eine Achse angetrieben, automatische Regelung bei Schlupf durch die Elektronik oder sogar Sperrung des Mitteldifferenzials, so dass beide Achsen mechanisch fest miteinander verbunden sind. Dieses System hat sich überwiegend bewährt und durchgesetzt. Für das Anfahren am Berg oder mit schwerem Anhänger ist letztere Antriebsversion von unschätzbarem Wert.

Die Fahrwerke sind den meisten ihnen zugemuteten Strapazen gewachsen, auf Langstrecken sogar komfortabel. Zwei Nachteile weisen SUV's gegenüber echten Geländewagen auf: Sie verfügen über kein Gelände-Reduktionsgetriebe und sie weisen zumeist schlechtere Achsverschränkungswerte auf. Die zeigen sich vor allem beim Durchfahren von Gräben, versetzten Löchern und treppenartigem Gelände. Einige wenige Hersteller sind sich über den Mangel eines Reduktionsgetriebes, das aber auch viel mehr kostet, durchaus im Klaren, haben ausgesprochen clever darauf reagiert und spendieren dem Schaltgetriebe einen entsprechend kurzen 1. Gang, der dann im Fall der Fälle, auch zum Kriech- und Krabbelgang mutiert. Dass die Innenraumverhältnisse den souveränen Transport einer ganzen Familie zu lassen, ist ein Typicum dieser Allrad-Vans. Trotz spektakulärer Einlagen bei Schulung und Instruktion: Mein alter Lehrmeister hat mir auf den Weg ins Geländeleben den Spruch mitgegeben: Angst ist ein denkbar schlechter Partner an Bord, Respekt aber der beste. Was zu beweisen war …

Text und Bilder: Frank Nüssel

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