Volvo und der unfallfreie Autoverkehr: Fiktion oder Fleißarbeit?

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Als Hersteller von Fahrzeugen mit einem hohen Sicherheitsstandard hat sich Volvo schon immer einen Namen gemacht. Mit der neuen Limousine S 60 setzt der schwedische Autobauer jetzt aber auch Akzente in Bezug auf ein sportliches Design. Zudem wartet die schwedische Automarke mit sparsamen, direkt einspritzenden Benzinmotoren auf.

Volvo hat sich selbst ein hohes Ziel gesetzt, das peu á peu verwirklicht werden soll. Bis zum Jahr 2020, also in genau zehn Jahren, soll niemand mehr in einem Volvo getötet oder so schwer verletzt werden, dass er an den Folgen des Unfalles stirbt. Noch recht visionärer klingen die Prämissen, die das Unternehmen für das Jahr 2036 ausgegeben hat. Dabei geht es dann vor allen Dingen um den Bereich Fußgängerschutz. Bis zu diesem Zeitpunkt nämlich soll kein Verkehrsteilnehmer mehr durch einen Volvo getötet oder schwer verletzt werden.

Ein weiterer Meilenschritt auf diesem Weg ist das weltweit erste Fußgänger-Erkennungssystem, das Volvo im S 60 anbietet. Dieses System, das mit einer automatischen Notbremsfunktion gekoppelt ist, besteht aus drei verschiedenen Parametern: In den Frontgrill ist ein Dual-Mode-Radarsystem integriert. Es arbeitet zusammen mit einer Kamera hinter dem Innenraum-Rückspiegel sowie einer zentralen Kontrolleinheit. Dabei überwachen sowohl Radar wie Kamera ständig den unmittelbaren Bereich vor dem Fahrzeug. Das Radarsystem erkennt die Objekte und misst die Entfernung zu ihnen, während die Kamera den Typ des jeweiligen Objekts registriert. Diese Technologie ermöglicht es, auch Fußgänger, also etwa spielende Kinder, frühzeitig zu erkennen, wenn sie die Straße betreten, um dann auch die automatische Notbremsung aus zu lösen.

Wir probierten das neue Sicherheitssystem selbst an einem „Dummy“, also einer Puppe, auf einem abgesteckten Kurs aus. Ohne auf die künstliche Figur zu achten fuhren wir mit ca. Tempo 25 – 30 km/h gerade aus, ließen uns bewusst ablenken. Kurz bevor es dann zu der ansonsten unvermeidlichen Kollision zwischen Fahrzeug und Fußgänger kam, warnte das neue System uns zunächst durch ein akustisches Signal und ein Blinklicht im Head-up-Display in der Frontscheibe. Nachdem wir dennoch ganz bewusst nicht mit einem kräftigen Tritt auf die Fußbremse reagierten, wurde in Sekundenbruchteilen automatisch die volle Bremskraft der Volvo-Limousine bis zum Stand aktiviert. Unser Dummy hatte die herauf beschworene Gefahrensituation unverletzt „überlebt“.

Möglich wird diese automatische Vollbremsung, die schwere Verletzungen verhindern oder unter Umständen sogar Leben retten kann, durch eine Sensor-Technologie. Sie soll es dem Fahrer ermöglichen, bei Geschwindigkeiten unter 25 km/h einen Zusammenstoß vollständig zu vermeiden. Bei etwas höherem Tempo, aber immer noch „City-Geschwindigkeit“, ist es das Ziel des Systems, die Aufprallgeschwindigkeit so weit wie möglich zu reduzieren und damit auch die Folgen der Kollision in möglichst großem Umfang zu mindern.

Volvo wird zudem seinen großen SUV, den XC 90, der bereits seit acht Jahren auf dem Markt ist, einer „Frischzellenkur“ unterziehen. In Verbindung mit einem 163 PS starken Fünfzylinder-Turbodiesel ist der bullige SUV, der sich mit VW Touareg, Mercedes ML oder BMW X5 um die Gunst des Kunden balgt, jetzt auch als Fronttriebler erhältlich. Bislang wurde der geländegängige Schwede ausschließlich als Allradler angeboten. In dieser neuen frontgetriebenen Version gibt es den Volvo XC 90 ab knapp 40.000 Euro.

Im neuen Modelljahr 2011 hat der schwedische Autobauer zudem weiter an der Ausstattung seiner Fahrzeuge und der Optimierung der Modellpalette gearbeitet. So entfallen in Zukunft mit Ausnahme von S40, V50 und S60 die Basis-Versionen. Das heißt, dass die Grundausstattung dann schon der Linie „Kinetic“ zur Verfügung steht. Neue Ausstattungspakete sollen dem Kunden Preisvorteile von zum Teil mehr als 50 Prozent sichern. Serienmäßig ist in Zukunft der abschaltbare Abfahrer-Airbag, außerdem steht für alle Modelle als kostenlose Option auch Tagfahrlicht zur Verfügung. Für Freunde (und wohl auch Freundinnen) der Handy-Kommunikation wird eine weitere Neuerung ganz besonders segensreich sein. Bei allen Modellen, die mit „Volvo on Call“ ausgerüstet sind, lässt sich die Standheizung jetzt auch per SMS aktivieren.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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