Test-Tour: Daihatsu Cuore

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Als Hersteller praktischer Kleinwagen hat sich Daihatsu einen Namen gemacht. Auch sehr unkonventionelle Exemplare hat die Toyota-Tochter in den letzten Jahren auf den Markt gebracht, etwa den Mini-Van Materia und das Bonsai-Cabrio Cuore. Das Einstiegsmodell bei der Toyota-Tochter Daihatsu ist seit vielen Jahren der Cuore. Wir fuhren ein Exemplar der aktuellen Generation in der Ausstattung Top mit 70 PS starkem Dreizylinder-Benzinmotor.

Dass dieses Aggregat natürlich keine Wohlfühl-Sinfonie an gutturalen Tonleitern aus dem Motorraum herausposaunen kann, liegt in der Natur der (technisch bedingten) Sache. Aber der kernige Dreizylinder geht ab einer bestimmten Drehzahl, wenn man ihm freien Lauf lässt, ordentlich zur Sache und ist dem Fahrzeug angemessen. Das Leistungsgewicht stimmt durchaus in diesem Fall und der kleine Daihatsu ist in dieser Variante alles andere als eine lahme Krücke, sondern durchaus in der Lage, auch im Überlandverkehr tüchtig zuzulangen.

Die unteren drei Gänge sind dermaßen abgestimmt, dass man bei fleißiger Handhabung des exakt zu schaltenden Fünfgang-Getriebes passable Werte auf den Asphalt legt. Zwar darf man bei einem Drehmoment von 95 Nm keine Wunderdinge erwarten, doch wer dessen eingedenk in dem Kompaktfahrzeug Platz nimmt, wird nicht enttäuscht werden. Lediglich im vierten oder fünften Gang geht dem kleinen Erben der Mutter Toyota an langen Autobahn-Steigungen erkennbar die Luft aus und die fehlenden PS machen sich bemerkbar. Der Daihatsu Cuore beschleunigt in 11,1 Sekunden auf 100 km/h, bei Tempo 160 ist Schluss. Wir kamen im Testergebnis für das 775 Kilogramm schwere Stadtfahrzeug auf 5,8 Liter Normalbenzin auf 100 Kilometer.

Bedenken hat man zunächst einmal, wenn man die Hecktür des Fahrzeugs öffnet und sich fragt: Mein Gott, wohin denn jetzt nur mit dem ganzen Einkaufszeug? Doch keine Bange, die Rücksitzbank ist um 25 Zentimeter verschiebbar, und so wird aus dem eher puppigen Abstellraum hinter der hoch öffnenden Hecktür ein recht passabler Kofferraum für ein Kompaktfahrzeug. Klappt man jetzt noch die geteilt umlegbaren Rücksitzlehnen nach vorn, so offenbart der nur 3,47 Meter lange Cuore erstaunliche Schluckqualitäten. Das gilt bei einer Fahrzeughöhe von 1,53 Meter vor allen Dingen auch für Ladegüter, die eine überdimensionale natürliche Höhe mitbringen.

Im Interieur herrscht – erwartungsgemäß – Hartplastik vor, das gut verarbeitet ist. Nichts knattert, knarzt oder knistert. Wie auch Form und Anordnung der Bedienelemente in den Armaturen und das Vorhandensein eines Knie-Airbags. Serienmäßig ist auch eine Traktionskontrolle, eine Stabilitätskontrolle gibt es ab 750 Euro.

Fazit: Anders als Materia und Copen ist der Daihatsu Cuore kein auffälliges Auto. Vor allem ist der kleine City-Flitzer praktisch, gewährleistet zügiges Vorankommen und punktet mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. In der Version Top ist er für 11.290 Euro zu haben.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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