Test-Tour: Opel Astra 1.4 Liter Turbo

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Downsizing heißt das neue Zauberwort im Motorenbau. Was soviel bedeutet wie eine Reduktion des Verbrauchs und der Schadstoffemissionen durch einen kleineren Hubraum, eine Verminderung der Zylinder bei gleichbleibender Motorleistung durch Turbo-Aufladung. Diesem Prinzip huldigen die Opel-Ingenieure im neuen Astra auch bei einem Antriebsaggregat, das zu den Gefragtesten im neuen Astra gehören wird. Einem 140 PS starken, aufgeladenen Vierzylinder-Ottomotor mit lediglich 1.4 Liter Hubraum. Hier unsere Fahreindrücke mit dem neuen Astra in dieser Motorisierung.

Das neue Aggregat ersetzt den bisherigen 1.8-Liter-Saugmotor, auf die unter dem Strich stehenden Werte sind die Opelaner besonders stolz: Den Verbrauch des 140-PS-Benziners senkten sie nach eigenen Angaben auf 5,9 Liter pro gefahrene 100 Kilometer, was eine Verminderung des Benzindurstes und der Schadstoff-Emissionen um fast 18 Prozent bedeutet.

Mit 4,42 Meter Außenlänge bietet der Astra 22 Zentimeter mehr an Blechkleid auf als der Klassenkonkurrent VW Golf. Damit hat er die Grenzen des nicht umsonst Kompaktklasse genannten Segmentes erschöpft, wenn nicht sogar schon gesprengt. Das Gepäckabteil wurde gegenüber dem Vorgängermodell nicht vergrößert (370 bis 1.235 Liter), doch ist es jetzt sehr viel effizienter in der Nutzung. Ein dreistufig verstellbarer Flex-Floor-Boden fungiert als äußerst praktischer Aufteiler des gesamten Kofferraums sowie als Abschluss der Ladekante. In den Ausstattungsversionen Sport und Cosmo gehört er zur Serie, ansonsten sind 90 Euro Aufpreis fällig. Der versenkbare Radträger Flex-Fix nimmt zwei Fahrräder auf. Er ist optional und wird nach Entriegelung an der Kofferraumkante wie eine Schublade heraus gezogen und aufgeklappt.

Der Innenraum hat deutliche Insignia-Anmutung. Das gilt einmal für den Komfort an Breite des Innenraums wie auch an der Wertigkeit der verwendeten Materialien. Allerdings wirkt das Armaturenbrett mit einer Vielzahl von Bedieneinheiten etwas überfrachtet. Empfohlen von der Aktion Gesunder Rücken ist der Ergonomie-Fahrersitz für 850 Euro im Premium-Paket mit 18-Zoll-Rädern. Dieses Wohlfühlteil bietet unter anderem sechs Einstell-Ebenen, eine Verlängerung der Sitzfläche sowie eine technisch aufwendige Lordosen-Stütze und aktive Kopfstützen. Dafür gibt es dann auch das AGR Gütesiegel.

Das Fahrwerk des Astra ist deutlich auf Kompromiss ausgelegt. Es vermittelt Komfort und Sicherheit, Lastwechsel-Reaktionen sind auch bei provoziertem heftigem Lenkeinschlag weitestgehend tabu. Allerdings gibt es für 930 Euro ein verstellbares Fahrwerk mit verschiedenen Modi, das sich auf den persönlichen Fahrstil einstellt. Ein elektronisches Assistenzsystem lässt den Astra sogar Tempolimit- und Überholverbotsschilder erkennen. Zudem wird der Lichtkegel den Straßen- und Witterungsbedingungen angepasst.

Das gestutzte Antriebsaggregat macht vor allem im oberen Drehzahlbereich richtig Laune. Wer jedoch eine nicht ganz so sportliche Fahrweise bevorzugt, der kann den Astra auch mit dem aufgeladenen 1,4-Liter-Benziner mit weniger Drehmoment kraftvoll und zügig bewegen. Leider verzichtet Opel bei den kleinen Aggregaten auf eine Direkteinspitzung.

Der von uns gefahrene 1.4-Liter-Turbo-Astra kostet je nach Ausstattung zwischen 19.075 und 22.425 Euro.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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