Opel: Vorab-Sitzprobe im kommenden Astra

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Wenige Monate nach der Einführung des großen Konkurrenten aus Wolfsburg, der sechsten Generation des Volkswagen Golf, wird Opel bei der Internationalen Automobilausstellung (IAA) im September in Frankfurt/Main den neuen Astra, das Absatz-Schwergewicht der Rüsselsheimer, präsentieren. Bereits jetzt gewährten die Designer einen Blick hinter die Kulissen und stellten das Design des neuen Golf-Jägers vor. Das Ergebnis: viel aufwändige Detailarbeit, Bekanntes vom großen Bruder, aber auch das Bemühen, dem Neuen in der Kompaktklasse, die seit gut siebzig Jahren eine Domäne des Hauses ist, zu einer eigenen Identität zu verhelfen.

Viel Insignia steckt im neuen Astra, zumindest, was die Optik (aber auch die Haptik im funktionell gestalteten Innenraum) angeht. Was sicher nicht verwundert, denn der Vectra-Nachfolger hat sich als Volltreffer erwiesen. Das war mit ein Grund, warum das Rüsselsheimer Designer-Team, das den neuen Astra 600 Stunden lang zur Erprobung in den Windkanal schickte, markante aussagekräftige Elemente aus der oberen Mittelklasse-Limousine mit übernommen hat.

Der Astra hat sich dem Insignia aber nicht nur optisch, sondern auch größenmäßig bedeutend angenähert. Er wurde um stolze 17 Zentimeter auf eine Länge von 4,42 Meter gestreckt, damit ist er um ganze 22 Zentimeter länger als der neue Golf. Diese Dimension kommt auch dem Radstand zugute, der um sieben Zentimeter auf 2,68 Meter angewachsen ist. Das erste Probesitzen im Rüsselsheimer Kompaktmodell unterstrich vor allem die deutlich erhöhte Kniefreiheit in der zweiten Reihe gegenüber dem Vorgänger-Modell. Gleiches gilt für das Gepäckabteil: 370 Liter und ein dreifach verstellbarer Boden; das sind etwa 30 Liter mehr als bei der aktuellen Astra-Variante.

Die Formensprache des neuen Astra ist eine wohl gelungene Mixtur aus konvexen und konkaven Stilelementen, allerdings eher fließend ineinander übergehend und nicht so konturierend und konkurrierend wie dies einst Design-Ikone Chris Bangle bei BMW an den Tag gelegt hat. Das auffallende sichelförmige Stilelement, das Opel den Leuchteinheiten des Insignia verliehen hat, wurde auch in den Rückleuchten des Astra verwendet. In ähnlicher, wenn auch im Detail leicht veränderter Form, soll die Sichel in Zukunft als Markenemblem anderer Modellreihen mit auf die Straße gehen.

Der flache, trapezförmige Kühlergrill geht über in sehr schlanke Frontscheinwerfer, die mit einem pfeilförmigem Tagfahrlicht aufwarten. In einer eigenen Leuchteinheit, auf Höhe eines großen Lufteinlasses, unterhalb des Kühlergrills sind die Blinker platziert. Die erwähnte Sichel zieht sich als Sicke auch in der Seitenansicht schwungvoll von vorn nach oben in Richtung C-Säule. Kräftige Schultern und ein dezenter Dachspoiler kennzeichnen das Heck und, so Opel-Designer Uwe Müller, schieben das Fahrzeug quasi nach vorn.

Aber auch die Verwendung bestimmter technischer Details sowie die Verarbeitungsqualität sollen sich am größeren Bruder orientieren. Das gilt etwa für den ergonomischen Vordersitz mit dem Gütesiegel der AGR (Aktion Gesunder Rücken) aber auch für das Bi-Xenon-Lichtsystem AFL oder das Opel Eye genannte Frontkamerasystem, das Verkehrsschilder erkennen und auseinander halten kann. Aus dem Insignia wurden auch Komponenten wie Schaltknüppel, oder Lenkrad, und die Instrumenteneinheit übernommen. Praktischen Alltagsnutzen versprechen Seitentaschen in den Türen, die auch 1,5-Liter-Flaschen aufnehmen können, ein eigenes kleines Handschuhfach für den Fahrer sowie eine optionale Schublade unter dem Beifahrersitz.

Text: Jürgen C. Braun
Fotos: Jürgen C. Braun, Opel

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