Nissan Micra: Ein Frauenversteher wird 25

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Alter ist oft keine Frage von Jahren. Amy Winehouse wurde 1983 geboren: So jung ist die noch? Auch Nationalspieler Philipp Lahm und Goldmedaillengewinnerin Britta Steffen erblickten das Licht der Welt in diesem Jahr: So alt sind die schon? Und der Nissan Micra kam 1983 in Europa auf den Markt. Ein kurzer Rückblick auf die Karriere eines Frauenverstehers auf vier Rädern (was nicht heißen soll, dass er nicht auch von den Herren der Schöpfung gekauft und gefahren wurde und wird).

Der Kleinwagen in seiner ersten Version (mit der internen Bezeichnung K10) war gerade einmal 373,5 Zentimeter lang. Der kleine Stadtwagen wurde zuerst noch unter dem Markennamen Datsun verkauft; erst später firmierte er nur noch unter dem Namen Nissan.

Die Welt rückte in den 80ern wie die Passagiere auf den Rücksitzen des Micras ein wenig zusammen, das Gefühl der Freiheit war überall zu spüren: Das cineastische Friedens-Epos Gandhi gewann einen Oscars (alleine in der Schlussszene wirkten 300.000 indische Statisten mit!), Menschenrechtler Lech Walesa gewann den Friedensnobelpreis und Michael Gorbatschow setzte erste Zeichen der Perestroika.

Der Micra trat für die mobile Freiheit an, die er preisgünstig ermöglichen sollte. Unter der Haube steckte ein Vierzylinder-Aluminiummotor. Das Einstiegsmodell hatte nur einen Liter Hubraum (ca. 50 PS). Doch schnell merkten die Fahrer: Es reichte total. Schließlich wollten die meisten keinen Mini-Sportwagen, sondern ein sparsames Stadtauto. Für Komfort sorgte – auch das war damals in dieser Klasse sehr ungewöhnlich – eine Dreistufen-Automatik, die auf Wunsch verbaut wurde.

Nachdem dem dreitürigen Modell 1985 ein fünftüriger Bruder zur Seite gestellt wurde, stand 1989 ein größerer Wandel auf dem Programm. Das passte, denn 1989 war gesellschaftlich ohnehin das Jahr der Wendepunkte.

Der Micra war vor allem Ende der Achtziger oft auf den Straßen zu sehen – knapp 200.000 Exemplare wurden allein in Deutschland verkauft.
Der letzte Micra der ersten Generation rollte am 21. Dezember 1992 vom Band. Platz da, hier kommt der Neue mit dem Beinamen K11! Dieser rollte zum Jahresbeginn 1993 zu den Händlern. Wer wollte, fuhr das neue Modell mit einem stufenlosen Automatikgetriebe (CVT-Getriebe).

2002 schließlich sollte anders werden. Plötzlich zahlte man mit einer neuen Währung, die doch die eigene war. Die Musikindustrie veränderte sich schneller als die Top-10-Hitliste, weil zuerst die Raubkopierer und dann der erste iPod kamen. Der Nissan Micra, Typbezeichnung K12, kommt auf den Markt, noch stärker abgerundet als der Vorgänger. Zu den Features in der Ausstattung gehörten jetzt Regensensor, intelligenter Schlüssel, ein Speicherfach unter dem vorderen Passagiersitz und ein Bordcomputer, der so programmiert werden kann, dass er seinem Besitzer Happy Birthday wünscht.

Drei Motorisierungen in vier Leistungsstufen gab es vom Start an: Zuerst kamen ein Benziner mit 1,2 Litern Hubraum (wahlweise 65 oder 80 PS) und ein 1,4-Liter-Benziner (88 PS) zum Einsatz. Und natürlich gab es weiterhin einen 1,5-Liter-Turbo-Diesel-Motor, den diesmal der Nissan-Partner Renault lieferte. Später sollte auch noch ein 1,6 Liter großer Motor folgen. 2005 schließlich ein Facelift und das Cabrio C+C, bei dem sich das Hardtop zusammenfaltet und im Kofferraum verschwindet.

Zum Geburtstag hat Nissan dem Dauerläufer Micra ein Sondermodell spendiert, das auch für den C+C erhältlich ist.

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