Insolvent: KnausTabbert zahlungsunfähig

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Der Reisemobilhersteller KnausTabbert hat gestern beim Amtsgericht Passau Insolvenzantrag gestellt. Zuvor waren, nach Unternehmensangaben aus Jandelsbrunn im Bayerischen Wald, die Verhandlungen mit den Gläubigerbanken gescheitert. Konkret ging es um einen Zwischenkredit über 12 Millionen Euro.

Ausgangspunkt für die Schieflage war der um 15 Millionen Euro geringere Umsatz im letzten Geschäftsjahr. Dieser hatte die Liquiditätsprobleme des Unternehmens verschärft. Die jüngst erstellte Bilanz (per Ende Juli) wies bei einem Absatz von rund 19.000 Wohnwagen und Reisemobilen einen Umsatz von 305 Mio. Euro aus. Dabei entstand ein Verlust von acht Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten des Familienunternehmens bei vier Banken – BayernLB, UniCredit, Commerzbank und Dresdener Bank – soll 60 Mio. Euro betragen.

Der Münchener Insolvenzverwalter Michael Jaffe will jetzt versuchen, die Gruppe zu sanieren. In einer ersten Stellungnahme schloss er auch radikale Schritte nicht aus. Die Produktionskapazitäten sollen demnach der Nachfrage angepasst werden. Die Gruppe hat an drei Standorten – Jandelsbrunn, Sinntal-Mottgers und in Ungarn – rund 1.500 Mitarbeiter.
Durch die Fusion der vorherigen Wettbewerber Knaus und Tabbert war das neue Unternehmen im Jahr 2001 entstanden. Bei Knaus hatte man 1960 begonnen Campingfahrzeuge zu bauen, der vorherige Konkurrent Tabbert war bereits 1934 gegründet worden.

Derzeit läuft die Produktion weiter. Hintergrund dafür sind Verhandlungen mit Finanzinvestoren. Aber auch Wettbewerber sollen Interesse haben.

Erste Informationen über Probleme der traditionsreichen Hersteller hatten bereits auf der größten Messe der Branche, dem Caravan Salon in Düsseldorf – Ende August bis Anfang September – die Runde gemacht. Dort wurden Hobby (mit Sitz in Fockbek bei Rendsburg) und die italienische SEA-Gruppe gehandelt. Für Letztere soll insbesondere das gut strukturierte Händlernetz interessant sein.

Text und Bilder: Bernhard Schoke

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