Test-Tour: Nissan Micra C + C 2008 (modellgepflegt)

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Angefangen hatte alles beim Peugeot 206 CC, der es dem Mercedes SLK nachmachte und im Kleinwagensegment erstmals mit versenkbarem Klappdach aufwartete. Mittlerweile ist die Schar der C+C-Fahrzeuge (Coupé und Cabriolet) im Zwergenformat rasant gestiegen. Auch die Minis laden zum Frischluft-Vergnügen oder wahlweise festem Dach über dem Kopf. So wie der Nissan Micra C+C, den wir mit 88 PS starkem 1,4-Liter-Benziner fuhren.

Eigentlich sind die kleinen Klappdach-Cabriolets ja Open-Air-Fahrzeuge, denen man die knitterfeste Mütze nur dann aufsetzt, wenn es nicht anders geht. Auch der Micra C+C vermag mit dem ausladenden Hinterteil als Coupé nicht wirklich zu entzücken. Was ihn mit den meisten seines Genres verbindet, die ihre wirkliche Pracht nur als Cabrio entfalten.

Die Front des modellgepflegten 2+2-Sitzers weist ein Merkmal auf, das viele Kompaktfahrzeuge augenzwinkernd aufbieten. Glubschaugen nämlich. Scheinwerfer, die überdimensional groß erscheinen und dem Winzling etwas von Esprit und Ausstrahlung vermitteln. Im Vergleich zur Limousine ist das Cabrio acht Zentimeter länger und 12 Zentimeter niedriger. Durch das Glasdach flutet bei geöffnetem Rollo viel Licht in den Innenraum. Das Heck ist wegen des Klappdaches etwas größer ausgefallen, außerdem steht die Windschutzscheibe steiler nach hinten, was Personen über 1,80 Meter nicht sonderlich entzückt.

22 Sekunden dauert es, bis das vollautomatische Klappdach auf Knopfdruck im Heck verschwunden ist. Was natürlich zur Folge hat, dass das ursprüngliche Kofferraum-Volumen von 457 auf 225 Liter geschrumpft ist. Damit bietet der Micra C+C als Coupé einen der größten Kofferräume seiner Klasse. Da er nicht als Familienauto konzipiert ist, reicht der verbliebene Stauraum locker, um Gepäck für den Kurzurlaub zu zweit oder den Wochenendeinkauf unterzubringen. Zumal die hinteren Sitze als zusätzlicher Stauraum genutzt werden können.Der 1,4-Liter-Ottomotor mit seinen 88 PS ist völlig ausreichend. Zwar gibt es auch noch eine 1,6-Liter-Benziner-Variante mit 110 PS, doch das Aggregat unseres Testwagens hängt früh und gut am Gas. Es ist zwar ein wenig rau und klingt im oberen Drehzahlbereich nicht eben sonor, doch die Kombination von Hubraum und Leistung passt. 88 Pferde und 128 Newtonmeter Drehmoment bringen die 1,2 Tonnen Leergewicht in 12,8 Sekunden von Null auf 100. Die 174 km/h Höchstgeschwindigkeit müssen nicht unbedingt sein, um Open-Air-Feeling zu genießen. Zumal dann die von uns errechnete Marke von 7,2 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer noch in die Höhe schnellen würde.

Der offene Micra überzeugt bei der Fahrt über kurvige Landstraßen mit flottem Fahrverhalten bei direkt ansprechender Lenkung. Luftverwirbelungen halten sich auch bei flotter Fahrweise in Grenzen. Allerdings schloss das Dach unseres Testwagens bei zwei heftigen Gewittergüssen vorn links nicht richtig. Das Fahrzeug weist serienmäßig Multifunktionslenkrad, Glasdach und ein nicht sichtbares, aber abschließbares Ablagefach unter dem Beifahrersitz auf. Mit dem 1,4-Liter-Triebwerk gibt es den kleinen Japaner in der Ausstattungsvariante Visia ab 17.690 Euro. Text: Jürgen C. Braun

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