Test-Tour: Mazda3 Sport Comfort 84 PS

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Der Mazda3 ist ein Auto mit vielen Facetten. Nicht nur, dass der Kompakte das meistverkaufte Fahrzeug des japanischen Herstellers ist, er bietet zudem eine außerordentliche Motorenvielfalt bis hin zum 260 PS starken MPS an. Im Frühjahr kam mit dem 2.0 Liter Turbodiesel im Mazda3 Sport noch eine weitere Motorenvariante, diesmal ein Selbstzünder, hinzu. Wir beschäftigten uns in diesem Falle mit dem 84-PS-Beziner, der dem Mazda3 Sport Fließheck (gegenüber dem Mazda3 Stufenheck) vorbehalten bleibt.

Wer sich den in diesem Falle in ein tiefes, leuchtendes Rot gehaltenen Mazda3 von außen ansieht, der wird zugeben müssen, dass die Bezeichnung Sport durchaus angebracht ist. Tief positionierte, durchgehende schwarze Wabengitter in der Front, breit ausgestellte hintere Kotflügel, die viel Dynamik versprechen. Das verleiht dem kompakten Mazda, obwohl er nur 84 PS unter der Haube hat, durchaus eine athletische Formensprache. Von der müden Performance des 323 früherer Jahre ist (Gott sei Dank) nicht mehr viel übrig geblieben. Mit dem Mazda3 ist der Hersteller gegen Konkurrenten wie VW Golf, Ford Focus Peugeot 307 oder Opel Astra jetzt zumindest optisch erheblich besser aufgestellt als dies früher der Fall war. Für das harte Geschäft in der heiß umkämpften Kompaktklasse aber mittlerweile auch eine unabdingbare Voraussetzung.

Die komplett aus Leichtmetall gefertigten Benzinmotoren aus der MZR-Reihe von Mazda verbinden in der Regel zwei Tugenden miteinander: Sie sind sehr verbrauchsarm und wiesen niedrige Emissionswerte auf. Nun, bei dem kleinsten Aggregat dieser Reihe, das wie alle MZR-Motoren Euro 4 erfüllt, haben wir zumindest günstige Verbrauchswerte erwartet. Unsere Verbrauchergebnisse lagen knapp über sechseinhalb Liter im 100-Kilometer-Mix, das Aggregat benötigt jedoch angesichts des recht bescheidenen Hubraums viel Drehmoment, um kräftig durch zu ziehen. So liegt das maximale Drehmoment von 122 Newtonmetern bei 4.000 Touren an. 169 km/h Höchstgeschwindigkeit stehen im Datenblatt, doch alles, was über 150 km/h hinausgeht, ist dem Kommunikations-Vermögen der Passagiere abträglich.

Die Stärken der Modellreihe, einmal abgesehen von den spezifischen Eigenschaften unseres Testfahrzeugs, liegen in der vielfältigen Gestaltungsmöglichkeit, einer umfangreiche Serienausstattung und einem breiten Motorenangebot. Mit zahlreichen Sondermodellen kann auf spezielle Verbraucherwünsche eingegangen werden. Unser Testfahrzeug mit der Basismotorisierung steht mit 15.800 Euro zu Buche, auf der Aufpreisliste werden lediglich eine Klimaanlage (1.100 Euro), eine Dynamische Stabilitätskontrolle (540 Euro) und eine Metallic-Lackierung (420 Euro) angegeben.

Das Kofferraumvolumen von 300 Litern ist in der Kompaktklasse eher Mittelmaß, zudem ist die Ladekante recht hoch, was das Ein- und Ausladen nicht gerade erleichtert. Dank der im Verhältnis 40:60 teilbaren Rückbank lässt sich das Volumen jedoch auf 635 Litern erweitern. Recht praktisch ist dagegen die unter dem Kofferraumboden gelegene dreigeteilte Wanne, in die allerlei Krimskrams für den Alltagsbedarf passt und die zudem sehr leicht sauber zu halten ist.

Im Innenraum fühlen sich die Passagiere hinten wie vorn gleich recht wohl. Die Sitze sind bei ausreichender Kniefreiheit recht körperbetont, bieten einen guten Seitenhalt. Mehrere Ablagen und ein Handschuhfach, das mit acht Litern ausgesprochen aufnahmefreudig ist, zeichnen dem Probanden im Innenraum weiter aus. Die Armaturen mit den verchromten Ringen erinnern ein wenig an das Alfa-Cockpit, verleihen bei großen, gut ablesbaren Anzeigen, einen sportlichen Anstrich. Die Verarbeitung bietet keinen Anlass zu Beanstandungen.

Dank einer sehr kurzen und ausgesprochen führigen Schaltung fährt sich der Mazda3 Sport ausgesprochen angenehm, weist dabei einige leichte Untersteuerungstendenzen aus, die allerdings Fronttriebler-typisch sind. Das Fahrwerk ist recht straff abgestimmt und die Servolenkung spricht direkt an, ohne dabei zu stark einzugreifen. Der Mazda3 Sport bietet in der Ausstattungslinie Comfort auch mit der Basismotorisierung durchaus eine Option, die sportliches Fahren erlaubt und überzeugt zudem mit einer großzügigen Serienausstattung in allen Sicherheits- und Komfortbereichen.

Text: Jürgen C. Braun

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